| Christentum - Maria | ||
Die Schutzheilige des amerikanischen Kontinents und der Philippinen.
Das zentrale Heiligtum der Kathedrale Basilika der Jungfrau von Guadelupe von Mexiko City ist ein Bild der Maria. Dargestellt wird Maria mit auffallend dunkler Haut (Schwarze Madonna) im Strahlenkranz, angetan mit einem blauen Mantel voller Sterne und zum Gebet gefalteten Händen. Die dargestellte Person ist sichtlich schwanger.
An dem Bild ist Einiges bemerkenswert.
Die gewählten Farbstoffe sind für Mexiko ungewöhnlich und in ihrer Zusammensetzung rätselhaft. Das Kunstwerk ist auf Kaktusblättern gemalt. Dieses Material zerfällt jedoch normalerweise nach zwanzig Jahren.
Allerdings ist das Bild erheblich älter.
Es scheint auf die Madonnenerscheinung von 1531 hinzuweisen. Am 9. Dezember 1531 erschien die Madonna einen Bauern namens Juan Diego und gab ihm den Befehl, jene Kathedrale zu erbauen. Das Datum der Erscheinung läßt sich aus dem Bild ablesen: die Sterne auf dem Mantel der Madonna geben genau die Sternenkonstellation wieder, wie sie am 9. Dezember 1531 am Himmel stand. Man nennt die Madonna von Guadelupe darum auch Sternen-Madonna.
Erst 1979 entdeckte man in der Pupille des rechten Auges der Madonna ein winziges Bild im Bild, das die Erscheinung von 1531 darstellt. Die Entstehung dieses Miniaturbildes ist rätselhaft.
Am 23. Januar 1999 besuchte Papst Johannes Paul II. die Madonna von Guadelupe. Im Rahmen eines der größten Gottesdienste der Kirchengeschichte, 500 Bischöfe und 5000 Priester nahmen teil, wurde die Madonna zur Schutzpatronin ganz Amerikas erhöht.
Bei der Erscheinung von 1531 soll die Madonna dem Bauern rote Rosen übergeben haben, damit die Bischöfe dem armen Mann Glauben schenkten. Der Ort der Erscheinung soll genau die Stelle gewesen sein, wo vor Eindringen des Christentums ein der Göttin geweihter Tempel gestanden hatte.