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   Christentum - Wiedertäufer
 

Melchior Hofmann

(um 1500 bis 1543) Ein Kürschner aus Schwäbisch-Hall, der auf einer Reise ins Baltikum die lutherischen Reformideen kennenlernte und 1523 selbst zu predigen begann, zudem verfaßte er Kommentare zum Buch Daniel und nahm in Nordeuropa (Livland, Schweden, Dänemark) an Disputationen teil.

Er kam nach Straßburg, wo er sich 1529 den Wiedertäufern anschloß, dann begab er sich nach Ostfriesland, wo er als Arbeiterprediger wirkte und kehrte 1533 nach Straßburg zurück, denn er hielt die Stadt für das Neue Jerusalem und hier erwartete er die baldige Wiederkunft Christi.

Ihn selbst erwartete in Straßburg allerdings die Obrigkeit, Melchior Hofmann wurde verhaftet und eingesperrt. Annähernd zehn Jahre verbrachte er fortan bis zu seinem Tod im Jahre 1543 hinter Mauern.

Melchior Hofmann, dessen Anhänger auch als Melchioriten bezeichnet wurden, war Lehrer des Jan Matthys, dem Führer der Wiedertäuferrevolte von Münster und des Bernt Knipperdolling, der Ministerpräsident von Jan Matthys’ Nachfolger Jan Bockelson wurde.