Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Christentum
 

Origenes

Der um 185 in Ägypten (Alexandria) geborene Origenes Adamantius verfaßte christlich-religiöse Schriften in griechischer Sprache, die zeitweilig erheblichen Einfluß auf die frühe Kirche ausübten. Er starb 254 in Tyrus und galt lange als Heiliger, ehe er einige Jahrhunderte später zum Häretiker erklärt wurde.

Origenes wirkte bis 231 als Haupt der Katechetenschule in Alexandria, 232 ging er nach Caesarea und gründete dort eine weitere Schule und erlitt dort unter dem Kaiser Decius die Folter.

Origenes, der sich sehr für Frömmigkeit und das Mönchtum bemühte, unternahm als erster den Versuch, den Bibeltext wissenschaftlich abzuklären. Dazu verfasste er die „Hexapla”, in der die biblischen Texte in hebräischer und griechischer Sprache in sechs Spalten nebeneinandergestellt sind.

Weiter erarbeitete Origenes als erster ein christliches Lehrsystem, das er den Auffassungen der Gnosis gegenüberstellte.

Origenes entwickelte die Lehre von der Apokatastasis. Er meinte, alle Dinge würden wiederhergestellt, das Weltende sei also nur ein vorläufiger Abschluß und auch die Hölle wäre nicht ewig.

Die Lehren des Origenes (Origenismus) gerieten im vierten und sechsten Jahrhundert in die Kritik und wurden als Ergebnis dieser „Origenistischen Streitigkeiten” 553 durch das zweite Konzil von Konstantinopel als häretisch verurteilt.

 

Origenes hielt die Sterne für intelligente Geister, die die Zukunft erkennen können und ihr Wissen durch die beobachteten Bewegungen mitteilen (WALKER, 74).

Der Name Jesu hat nach Auffassung des Origenes eine magisch bannende Wirkung auf alle teuflischen Geister (LOREY, 161).
Er behauptete, daß der Name Jesu Myriaden böser Geister aus den Seelen und Körpern von Menschen vertrieben hätte (WALKER, 777).

Origenes erklärte: „Der Ehestand ist unrein und unheilig, ein Mittel der sexuellen Leidenschaft.” (WALKER, 186)

Zum Garten Eden sagte Origenes: „Niemand wird so töricht sein und diese Allegorie als die Beschreibung einer tatsächlichen Begebenheit verstehen.” (WALKER, 242)

Er vertrat die Vorstellung von einer Weltseele: „So wie unser Körper aus vielen menschlichen Gliedern besteht, doch von einer Seele zusammengehalten wird, so muß das Universum als ein riesengroßes Lebewesen gedacht werden, das eine Seele zusammenhält.” (WALKER, 317)

Besondere Vorliebe hatte Origenes für Maria Magdalena. Er nannte sie unser aller Mutter, Jerusalem oder die Kirche (Ecclesia) und meinte, sie sei unsterblich und habe vom Anbeginn der Zeit an gelebt. Er vermengte Maria Magdalena also offenbar mit Maria, der Mutter Jesu. (WALKER, 676)