| Christentum | ||
Lange bewegte das Christentum der Streit, welcher Natur das Wesen Jesu Christi war.
Der Presbyter Arius (geb ~260 in Libyen, gest. 336 in Konstantinopel) arbeitete die Lehre aus, Gott habe lange Zeit allein existiert und Christus sei ein durch göttlichen Willen aus dem Nichts geschaffenes Geschöpf. Aufgrund bestandener sittlicher Prüfung habe ihm Gott aber die Würde seines Sohnes verliehen.
Dem gegenüber standen diejenigen Christen, die Gott und Jesus Christus als wesensgleich auffassten. Das 325 von Kaiser Konstantin I. nach Nicäa einberufene Konzil legte die Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater (Homousie) als Glaubenssatz (Dogma) fest. Arius war bereits 320 abgesetzt worden, nun wurde auch die nach ihm Arianismus genannte Lehre verdammt und verfolgt.
Ein weiteres Konzil, das 381 in Konstantinopel stattfand, führte auch den Heiligen Geist als wesensgleichen Bestandteil der Gottheit ein und begründete so die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes.
Die arianische Lehre hielt sich allerdings bis ins 7. Jahrhundert hinein hartnäckig bei christlich gewordenen Germanen (zuerst bei den Goten), am längsten hielten die Langobarden daran fest. Gelegentlich lebte arianisches Gedankengut wieder auf, so im Ungarn des 16. Jahrhunderts, wo aus der Ablehnung des Trinitätsgedankens sich später die Unitarischen Kirchen entwickelten.