| Christentum / Hexerei | ||
(um 1506 bis 1603) Ein deutscher Dämonologe. Studium bei den Jesuiten in Rom, dann Weihbischof zu Trier.
Überzeugt von der tatsächlichen Existenz einer schadensstiftenden Tätigkeit von Hexen förderte er die Verfolgungen, indem er eine juristisch-ideologische Rechtfertigung schuf. Demnach ist die Hexerei eine gefährliche Bedrohung und als Straftat von anderen Delikten so sehr abweichend, das im Hexenprozess von der normalen Prozessordnung abgewichen werden konnte und sollte.
Peter Binsfeld stellte 1589 ein System der höllischen Dämonen auf. Die Arbeit Tractatus de confessionibus maleficiorum et sagarum (Traktat über die Bekenntnisse der Zauberer und Hexen) enthält eine Hierarchie der Dämonen, die sieben Dämonfürsten vorsieht.
Luzifer fördert die Hoffart, Mammon den Geiz, Asmodi die Unkeuschheit, Satan den Zorn, Beelzebub die Unmäßigkeit, Leviathan den Neid und Belphegor die Trägheit. Binsfeld sieht die höchsten Dämonen gewissermassen als Patrone der sieben Todsünden.
Zum Teufelspakt schrieb Binsfeld:
Alle Werck der Zauberer haben jhre Krafft vnd Wuerckung
auß dem außtruecklichen oder stillschweigenden Versprechen mit dem laidigen Teuffel
daß der Zauberer allzeit
wann er etwas wuercken oder thun
den Teuffel außtruecklich oder stillschweigend zu huelff anruffe
daß er jhme zu solchem seinem Versprechen verholffen sey.
Traktat von Bekanntnuß der Zauberer und Hexen. 2. Aufl., München 1592, fol. 4, n. DAXELMÜLLER, 195)
Sein Tractatus de confessionibus gab nicht allein der Hexenverfolgung neuen Auftrieb. Binsfelds Ansicht, Gott lasse keine Bestrafung Unschuldiger zu, gab eine Berechtigung für den Einsatz der Folter.
Seine Schrift rechtfertigte die schlimmen Kurtrierer Verfolgungen von 1585 bis 1593, sie trug dazu bei, daß auch im zeitweilig verschonten Trier Hexenverfolgungen durchgeführt wurden. Hatte sich Universätsrektor, Stadtschultheiß und Hochgerichtspräsident Dietrich Flaede (Vlaet) zunächst noch mit seiner liberalen Haltung durchsetzen können und Hexenprozesse unterbinden können, so wurde sein Widerstand mit Hilfe erwähnter Schrift Peter Binsfelds gebrochen. Binsfeld forderte unmißverständlich dazu auf, mit dem Hexen- und Zauberergesindel kurzen Prozeß zu machen. (DAXELMÜLLER, 194f.)
Um den Hexewahn machte sich Binsfeld auch dadurch verdient, daß er den Hexenhammer neu herausgab.