| Christentum - Engel | ||
fortlaufende Sammlung:
In vielen Geschichten treten Engel als verkündende Boten auf, deren Botschaft oder Eingreifen vor Unbill schützte.
Als Ptolomäus IV. im Jahre 204 v. alle ägyptischen Juden umbringen wollte, erschienen seinem Heer zwei lichtglänzende Engel, deren furchteinflössendes Aussehen die Truppen verschreckten.
In der Apostelgeschichte ist mehrfach von rettenden Engeln die Rede: Als die Apostel auf Betreiben der Sadduzäer von den Hohepriestern gefangengesetzt wurden, öffnete der Engel des Herrn nachts alle Türen des Gefängnisses und ließ sie entkommen (5,17ff.). Später befreitete dieser Engel den Petrus aus dem Gefängnis des Herodes (12,3ff.).
Den hl. Erasmus, Bischof von Antiochia, sollen um das Jahr 300 Engel aus seinem Gefängnis befreit haben.
Tröstend standen anno 303 Engel dem Märtyrer Timotheus von Rom bei.
Um 303 soll ein Engel die hl. Kosmas und Damian aus dem Meer gerettet haben.
Als der hl. Vitus um 304 in Sizilien im Kerker schmachtete, erleuchtete ihm ein Engel sein Verlies.
304 erschien der im Gefängnis sitzenden Dorothea von Cäsarea ein Engel und brachte ihr Blumen und Obst.
Katharina von Alexandria wurde 311 in ihrem Kerker von einem Engel getröstet, ein Engel salbte auch ihre Wunden. Im Jahre 312 trugen der Legende zufolge Engel den Leichnam Katharinas auf den Berg Sinai.
Engel sollen 547 den hl. Benedikt in den Himmel emporgetragen haben.
735 soll in England ein Engel über Nacht die begonnene Grabinschrift des Kirchenlehrers Beda Venerabilis fertiggemeißelt haben.
Bernhard von Hildesheim wurde um 1120 von einem Engel ein Reliquiar überbracht.
Weil der hl. Isidor (1070 bis 1130) um das Jahr 1114 nicht während des Gottesdienstes pflügen wollte, sprangen Engel ein und führten für ihn den Pflug.
Die hl. Hildegund von Schönau (gest. 1188) soll von einem Engel aus der Hand von Räubern gerettet worden sein.
1228 wurde die hl. Elisabeth von Thüringen, während sie betete, von einem Engel mit Glanz und Schmuck bekleidet.
Engel sollen das Haus der Maria von Bethlehem nach Loreto in Italien getragen haben.
Ein Engel rettete 1320 den hl. Rochus von der Pest.
Engel sollen um 1450 den hl. Didactus von Alcalá beim Kochen in der Klosterküche vertreten haben.
Der Renaissancegelehrte, Astronom, Alchimist und Okkultist Dr. John Dee hatte zu divinatorischen Zwecken mehrere größere Kristalle in Gebrauch. Der bekannteste davon ist der Shew, den Dee am 21. November von einem Engel erhalten haben will, der ihm am westlichen Fenster seines Studierzimmers in Gestalt eines vierjährigen Knaben erschienen sei. (KIESEWETTER, 70)
Ein Engel warnte durch das Spiel seiner Flöte die Bewohner von Buttstädt (Thüringen, Deutschland).
Laut einem Rezept in Fausts Höllenzwang (72. Kapitel) soll ein Kristallseher sich gleich nach Sonnenaufgang gen Osten wenden, mit Olivenöl ein Kreuz auf einen von einem Knaben in der rechten Hand gehaltenen Kristall machen und darunter die Worte Sancta Helena schreiben. Er müsse dann hinter dem Knaben niederknien und dreimal mit großer Andacht und Ehrehrbietigkeit ein Gebet an die hl. Helena sprechen. In dem Gebet habe er die Heilige anzuflehen, daß die ihm im Kristall zeige, was er wissen will. Dann erscheine ein Engel und antworte. (BOEHM i. Handwörterbuch V,582)
Bei Krankheiten ist es nach Agrippa von NETTESHEIM hilfreicher, wenn man anstelle der dem Menschen doch recht weit entfernten Engel die wesensähnlicheren Heiligen in Anspruch nimmt (De Occulta Philosophia, Kap. XLI, n. SCHRÖDTER, 134).
Für solcherlei gute Taten gibt es verschiedenes Brauchtum des Dankes.
GRIMM teilt aus Obersensbach im Odenwald folgende Sitte mit: tags vor fastnachtssonntag kochen viele leute für die lieben engelein das beste und leckerste, was sie im haus haben, setzen es abends auf einen tisch, öffnen den engeln die fenster, und legen sich dann schlafen. (Dt. Myth. III., A. 896)