| Religion und Kultus | ||
(griech. eschaton Ende) Die Lehre von den letzten Dingen, vom Weltende und Anbruch der neuen Welt, weiter Vorstellungen von Tod und Jenseits.
Zentrum der christlichen Eschatologie ist die Verheißung Jesu, bei seiner Wiederkunft das Reich Gottes zu bringen, Grundlage die Vorstellung einer verderbten, von der Erbsünde belasteten Welt, die der Erlösung bedarf. Eine Weltkatastrophe zerstört die alte Welt und eine neue, geläuterte, tritt an ihre Stelle.
Die christliche Heilserwartung soll sich aus der Parusie entwickelt haben. Mit der Parusie meint man die Erwartung der frühen Christen, der Erlöser Jesus Christus werde in überschaubarem Zeitraum wiederkehren, da Jesus gesagt hatte, viele seiner Zeitgenossen würden den Tod nicht schmecken (Matthäus 16,28; Markus 9,1; Lukas, 9,27). Als die leibliche Wiederkehr Jesu ausblieb, wandelte sich die Vorstellung einer unmittelbar bevorstehenden Erlösung zur Lehre, die Welt werde endlich erlöst, doch sei der Zeitpunkt dafür ungewiß.
Ähnliche Vorstellungen von Weltenbrand und anschließender Heilszeit gibt es in verschiedenen Religionen und Mythen. So berichtet die Edda von den Ragnarökr, die das Ende der asischen Götterherrschaft ankündigen, wonach eine erneuerte Welt des Friedens anbrechen wird (Edda, Voluspa).
Im iranischen Zoroastrismus ist Frasho-kereti das eschatologische Weltzeitalter, zu dessen Ende Ahura Mazda alles Böse aus der Welt verbannt haben wird.
Diesen und etlichen weiteren Eschatologien ist die Ansicht gemein, es werde ein feuriger Himmelskörper erscheinen, der die Katastrophe auslöst. Diese besteht in einer Verdunkelung des Himmels, Erdbeben, Überflutungen, dauernden Niederschlägen von Regen, Schnee und Feuer und allgemeinem Sterben.
Die vielen Übereinstimmungen ließen SPANUTH zum Schluß kommen, alle diese Eschatologien beschrieben eine weit zurückliegende allgemeine Katastrophe, aus der Erinnerung daran seien in jedem Volke unabhängig die Vorstellungen von einem künftigen Ende geschöpft (Die Atlanter, 342f). Diese Katastrophe habe im 13. Jahrhundert v. d. Z. stattgefunden und sei jenes Ereignis gewesen, das die Griechen als Absturz des Phaeton und die Germanen als Ragnarök kannten und das zum Untergang von Atlantis geführt habe (ebd.).