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   Christentum
 

Evangelium

(griech. euaggelion, „Frohe Botschaft”, „Gute Nachricht”) Die in den großen christlichen Kirchen übliche Bibel enthält vier Versionen des Evangeliums, das des Matthäus, des Markus, des Lukas und des Johannes. Diese beschreiben das Wirken Jesu in zusammenhängender Form. Der Begriff Evangelium kam etwa im 2. Jahrhundert auf.

Evangelium meint eigentlich die „Gute Nachricht” vom Kommen Christi, der Plural Evangelien ist somit nicht ganz korrekt. Demnach spricht man vom Evangelium nach Markus u. ä. Der Begriff war im römischen Reich durchaus üblich. Evangelium war die frohe Botschaft, daß ein neuer Kaiser den Thron bestiegen hat - religiös gesehen eine durchaus zutreffende Begriffsübernahme.

Zum Kanon des Neuen Testaments gehört das Evangelium nach den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Zwei von ihnen, Matthäus und Johannes, gelten sogar als Mitglieder des Zwölferkreises, wenngleich die Geschichtsforschung hier Zweifel anmeldet. Darüber hinaus befaßten sich viele weitere mit dem Stoff und schrieben eigene Evangelien, die aber von den meisten Kirchen nicht weiter anerkannt sind und als apokryph gelten.

Als ältestes der Evangelien gilt das Markusevangelium, das um 70 in Rom entstanden sein soll. Um 80 verfasste Matthäus das seine in griechischer Sprache (in Palästina oder Syrien). Das Evangelium des Lukas gilt als 90 in Griechenland oder Kleinasien geschrieben und Johannes soll sein Evangelium etwa 100 in Ephesus niedergelegt haben.

Wenn sich die vier kanonischen Versionen des Evangeliums auch ähneln, so sind doch nur recht wenige Bestandteile in allen vieren enthalten, wenn auch in unterschiedlicher Darstellung: Johannes der Täufer (Mt 3,1-12, Mk. 1,1-8, Lk. 3,1-18, Jh 1,19-28), die Taufe (Mt 3,13-17, Mk 1,9-11, Lk 3,21-22, Jh 1,29-34), die Berufung von Jüngern (Mt 4,18-21, Mk 1,14-20, Lk. 4,14-15, Jh 1,35ff.) und die Leidensgeschichte. Als einziges Wunder erwähnen alle die Speisung der Fünftausend (Mt. 14,15-21, Mk. 6,31-44, Lk. 9,10-17, Jh 6,1-13), die Reinigung des Tempels (Mt. 21,12.17, Mk. 11,15-19, Lk. 19,45-48, Jh. 2,13-17) sowie die Angabe, Jesus habe in seiner Heimat kein Wunder getan (Mt. 13,57-58, Mk. 6,4-5, Lk,4,23-24, Jh. 7,4-6?).
Für das Christentum so zentrale Bestandteile wie die Bergpredigt (Mt. 5, Lk. 6,20-49) oder das Abendmahl (Mt 26,26-30, Mk,14,17-26, Lk 22,14-20) sind nicht von allen Evangelisten erwähnt.

 

Die Evangelienbücher dien(t)en auch der Zauberei. An zufälliger Stelle aufgeschlagen dient die so gefundene Stelle der Prognose, in die Wiege gelegt soll ein Evangelienbuch die Unterirdischen vom ungetauften Kinde abhalten, daß sie es nicht gegen einen Wechselbalg eintauschen.