| Christentum | ||
(lat. Purgatorium) Ein Feuer, das den Seelen der in göttlicher Gnade Verstorbenen im Jenseits die zu Lebzeiten begangenen Sünden ausglüht. Nach dieser Läuterung zwischen Himmel und Hölle gelangten die Seelen rein in den Himmel. Nicht nur der Zustand dieser Reinigung, auch der Ort, wo sich dieses vollzieht, wird als Purgatorium berzeichnet.
Die christliche Vorstellung vom Fegefeuer wurde von Gregor dem Großen (590 bis 604) bestätigt, doch gibt es ältere Vorbilder. Thomas von Aquin verteidigte die Lehre im 13. Jh. gegen Angriffe, 1274 wurde auf dem Konzil von Lyon eine offizielle Definition des Purgatoriums gefunden.
Man hoffte, die Verweildauer der Seele im Purgatorium durch den Kauf eines Ablaßbriefes abzukürzen. Die Praxis des Ablaßhandels nahm überhand und wurde später einer der Auslöser für die Reformation.
Ein literarisches Denkmal des Fegefeuers setzte der italienische Dichter Dante Anfang des vierzehnten Jahrhunderts im zweiten Tiel (Purgatorio) seiner Göttlichen Komödie.