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   Schauplätze - Jerusalem
 

Grabeskirche

Die für Christen heiligste Stätte in Jerusalem ist die Kirche des Heiligen Grabes oder mit ihrem anderen Namen die Auferstehungskirche, die sich seit dem vierten Jahrhundert über Golgatha erhebt.

An dieser Stelle befand sich christlicher Tradition folgend das Grab, in das Josef von Arimathäa den von den Frauen einbalsamierten Leichnam des Gekreuzigten betteten. Als sie wenige später nach der Grabstätte sahen, war der Stein vor dem Eingang beiseite gerollt und die Gruft leer - Jesus war auferstanden.

Von 327 bis 336 ließ Kaiser Konstantin, der die Stätte 326 durch göttliche Inspiration entdeckt haben soll, an der Stelle zwei Kirchen errichten. Beide Gotteshäuser wurden zwar 614 von Perserkönig Khosroes II. zerstört, doch ließ sie Abt Modestus von 616 bis 626 in kleinerem Maßstab wieder aufbauen. Seitdem wurde die Anlage immer weiter ausgestaltet.

In einer Krypta östlich der griechischen Kathedrale findet sich die Kapelle der Kaiserin Helena, der Mutter Konstantins. Noch unterhalb der in einem Kellergewölbe befindlichem Kapelle liegt eine weitere Krypta, in der Helena das Kreuz Christi gefunden haben soll.

Am Osterabend vollzieht sich in der Grabeskirche ein Wunder, wenn auf Fürbitte des Bischofs von Petra die heilige Flamme, deren Feuer direkt vom Himmel kommen soll, durch zwei Fenster der Grabkapelle lugt. Fromme Pilger entzünden an diesem Licht eine Wachskerze, die sachtsam heimgetragen wird und Symbol der Freude ist, welche die Kunde von der Auferstehung verbreitet.

 

Daß der Glaube an den Friedensfürsten nicht unbedingt Frieden stiftet, ist ein geläufiges Phänomen. Die Auferstehungskirche teilen sich gleich sechs christliche Konfessionen. Weil sie sich ständig über die Nutzung der heiligen Stätte uneins waren, befand man es endlich für klug, den Schlüssel einem Moslem anzuvertrauen.