| Christentum - Heilige | ||
(auch Kakubilia, Cacucabilla, Cacucilla, Cucacilla, Kacochilla) In der Königlichen Bibliothek Kopenhagen befindet sich ein zwischen 1475 und 1500 entstandener Text einer beschwörenden Messe gegen Ratten und Mäuse. Dazu wurden möglichst so viele Namen, wie Ungeziefer vorhanden war, auf Papier geschrieben, das Papier unter das Korporale (der Untersatz des Altarkelches) gelegt und dabei die heilige Kakukilla als Braut Christi (sponsa Christi) angerufen. Dem Ritual folgten an drei Tagen drei Messen mit einer recht unorthodoxen Liturgie. (n. DAXELMÜLLER, 30f. u. 154)
Im späten Mittelalter war Kakukilla eine sehr beliebte Heilige. Dem tat keinen Abbruch, daß Kakukilla niemals existiert hat, denn bei ihr soll es sich um eine Ableitung des heiligen Kolumkille (Kolumban) handeln. (DAXELMÜLLER, 30 u. 154) Den Namen habe man aus Kolumkille und Kolumba of Sens komponiert und diese Kunstfigur mit der hl. Gertrud von Nivelles verwoben (LINK).
In der Kirche von Kaga in Ostgotland, Schweden, findet sich über der Kanzel eine Darstellung der Kakukilla aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Gezeigt wird, wie die Heilige von Ratten angegriffen wird. In mehreren schwedischen Kirchen findet man Kakukilla auch als Spinnerin dargestellt, meistens umgeben von Mäusen oder Ratten. (LINK, dort auch Abb.)
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