| Christentum | ||
Am Kreuz Jesu Christi war eine Aufschrift angebracht, die den gekreuzigten als König der Juden auswies (Mk 16,26 und Joh 19,19), dem Schuldspruch.
Die jüdischen Hohenpriester forderten Pilatus auf, die Tafel zu entfernen (die Worte waren darauf in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache notiert), was der allerdings mit den Worten Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben zurückwies (Joh 19,20-22).
Die Tafel wurde der Legende zufolge von Helena, der Mutter des Kaisers Konstantin, zusammen mit dem Kreuz in Jerusalem aufgefunden. Sie verschwand allerdings und fand sich 1492 in der Kirche zum Heiligen Kreuz (S. Croce in Gerusalemme) in Rom wieder ein und wurde durch eine Bulle des Papstes Alexander III. für echt befunden.
Andere Deutungen der Kreuzesinschrift rücken I.N.R.I. in die Nähe von Alchemie und Zauberei. Es sei die Abkürzung des Merkspruches lateinischen Igne natura renovatur integra, im Feuer wird die vollständige Natur erneuert. Oder I.N.R.I. soll für die hebräischen Worte Jammajim Nor Ruach Jabescha stehen, was Wasser, Feuer, Luft, trockene Erde bedeutet. Es gibt noch einige Deutungen mehr (BIEDERMANN, 233).
Eine andere Interpretation ist Ingenio Numen Resplendet Iacchi — der wahre Gott ist Iacchus (Bacchus, Dionysos).
Oder: Isis Naturae Regina Ineffabilis, Isis, unvergleichliche Königin der Natur.