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   Christentum
 

Jammertal

Luther erwähnt diesen Ort im 84. Psalm (Ps. 84,7). Durch dieses Jammertal, wohl ein recht öder Ort, wandeln die Gläubigen in Vertrauen auf Gott, daß der sie aus dem Elend errette. Beseelt vom Glauben machen sie das Jammertal fruchtbar, indem sie dortselbst Brunnen anlegen.

Ob damit ein konkreter Ort gemeint ist, bleibt unklar. In den Vorstellungen weltverachtender Asketen ist die ganze Erde ein Jammertal, wo es nur freudloses Dasein gibt („Das Leben ist ein Jammertal”). Zu Zeiten hoffnungslosen menschlichen Elends sind derlei Anschauungen populär, etwa bei Pest und Cholera oder während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648).

 

Jammertal heißt auch ein tiefer Gebirgseinschnitt im Taunus. Wie es heißt taten Reisende, die in diesem Tal übernachten mußten, gut daran, ihre Wertgegenstände sicher zu vergraben — denn jenes Jammertal galt als Paradies für allerlei Wegelagerer und Räuber (Lesermitteilung).