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   Christentum
 

Leidensgeschichte Jesu

(Passion) Der Leidensweg der letzten Lebenstage Jesu umreißt die Vorgänge, die schließlich zu seinem Tod führen. Besonders bei Lukas findet sich eine Chronologie dieser Ereignisse, auch die anderen Evangelien liefern genügend Einzelheiten, die bei den Passionsspielen dargestellt werden.

Eine kleine Zusammenstellung der Stationen des Leidensweges geben vierzehn Steinreliefs in der Mauer rund um den Garten Gethsemane, in Jerusalem wird die Via dolorosa von Gläubigen beschritten (siehe unten).

Die Stationen der Leidensweges (Kreuzweg) sind:
(Mk = Evangelium nach Markus)

Der Kreuzweg Jesu vom Haus des Pontius Pilatus über Golgatha bis zur Grablegung führt nach der im 15. Jahrhundert festgelegten Form über sieben dem Neuen Testament entnommenen Stationen, seit dem 17. Jahrhundert sind dieses 14 einzelne Szenen.
Darin sind weitere, teils legendarische Einzelheiten aufgeführt:

 

Via dolorosa

In Jerusalem beschreiten - jedenfalls in friedlicheren Zeiten - zahlreiche christliche Pilger die Via dolorosa, die „Straße des Schmerzes”. Auch wenn die genauen Lagen der Präfektur des Pilatus und Golgathas fraglich sind, wird durch legendarische Festlegungen mit ausgestalteten Stationen der Leidensweg Christi anschaulich für die Gläubigen.

Die Via dolorosa beginnt an der vermuteten Stelle des Amtssitzes des römischen Statthalters Pontius Pilatus mit der Station „Jesus wird zum Tode verurteilt”. Von hier aus geht es eine Treppe hinab zu jener Stelle, wo Jesus der Kreuzbalken aufgelegt worden sein soll, das er schleppte, bis er unter der Last zusammenbrach (3. Station).

Nahe bei der Hütte des Lazarus soll Jesus (4. Station) seiner Mutter begegnet sein. Bergan geht der Weg bis zu jener Stelle, wo der Heiland ernaut unter der Last strauchelnd zusammenbrach und Simon von Kyrene sich des Balkens annahm (5. Station). Hier soll sich an einer Hausecke noch heute einen Abdruck zeigen, wo Jesu Hand halt suchte. Weiter bergan geht es zum Haus der Veronika. An dieser sechsten Station reichte einer außerkanonischen Legende folgend diese Veronika dem Verurteilten ihr Schweißtuch.

Die siebte Stelle ist die Porta judicaria. Hier ging es damals aus der Stadt hinaus. Vor der Stadt konnte Jesus noch einmal zu den Töchtern Jerusalems sprechen (8. Station), ehe er nochmals stürzte (9. Station) und es hinauf nach Golgatha ging. (nach HEDIN, 170-176)

Die weiteren Stationen liegen heute im Raum der Grabeskirche, die auf dem überlieferten Golgatha steht. Die zehnte und die elfte Station zeigen die Stelle, wo Jesus ans Kreuz geschlagen wurde und den Ort, wo die Legionäre um sein Kleid würfelten. Dort, wo das Kreuz aufgerichtet worden sein soll, ist ein Riß im Fels sichtbar (12. Station). Er enstand, als beim Dahinscheiden Jesu die Erde erbebte. Durch den aufgerissenen Spalt tropfte Blut in eine Grotte hinab, in der sich das Grab des ersten Menschen Adam befand. Vom Blut Jesu erwachte Adam von den Toten und Jesus traf ihn bei seiner Höllenfahrt an. Den Ort, wo Maria den Leichnam ihres Sohnes empfing, markiert die 13. Station am Stabat-Mater-Altar und letzte (14.) Station der Via dolorosa ist das Heilige Grab.