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   Christentum - Bibel
 

Bibelübersetzungen

Eine frühe Übersetzung der Bibel ist die des Heiligen Hieronymus (347 bis 420). Dieser Vulgata genannte Text galt seit dem siebten Jahrhundert als maßgebliche Bibelversion und war 1456 das erste von Johannes Gutenberg (um 1399 bis 1468) gedruckte Buch.

Seit dem dreizehnten Jahrhundert ging die Kirche scharf gegen Bibelübersetzungen in die Landessprache vor, denn man befürchtete, daß unautorisierte Übertragungen in Landessprachen zu theologischer Verwirrung führen könnten. Beispielsweise mußte sich John Wiclif wegen seiner englischen Übersetzung von 1382 verantworten.
Auch in Deutschland kursierten verschiedene (Teil-)Übersetzungen in die Landessprache. Die Kirche hielt sich hier aber mit Verboten zurück und begnügte sich mit einer Beobachterrolle.

Die Verbreitung des Buchdrucks brachte auch der Bibelübersetzung einen Aufschwung. 1466 wurde in Straßburg eine erste deutschsprachige Bibel gedruckt, 1471 erschien in Venedig die erste gedruckte Bibel in italienischer Sprache, 1489 kam eine tschechische Bibel heraus und eine erste französische Ausgabe wurde 1498 veröffentlicht. Allen diesen Übersetzungen lag die Vulgata zugrunde.

1488 erschien im italienischen Soncino eine erste Ausgabe des Alten Testaments in gedrucktem Hebräisch und 1502 versuchte man sich in Spanien an einer mehrsprachigen Fassung. Diese Complutensische Polyglotte bot nebeneinander den hebräischen, griechischen und lateinischen Text. 1516 gaben Erasmus von Rotterdam (1466 bis 1536) und der Drucker Johannes Froben (1460 bis 1527) in Basel eine griechische Druckfassung des Neuen Testaments heraus — seinerzeit eine aufsehenerregende kritische Ausgabe.

Martin Luther hatte also eine ganze Reihe an Vorbildern, als er 1521 das Neue Testament aus dem Griechischen übersetzte, es erschien 1522, von 1523 bis 1534 auch das Alte Testament. Luthers Übersetzung wurde für die evangelischen Kirchen maßgebend (allerdings mehrfach verändert) und gilt als bahnbrechend für die deutsche Hochsprache, da das von Luther verwendete Meißener Kanzleideutsch sich in den reformierten Gebieten dank Luthers Bibel verbreitete (leider auf Kosten lokaler Dialekte und des Plattdeutschen, seinerzeit die lingua franca des Küstenraums).

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

Die von Martin Luther geschaffene Übertragung der „Heiligen Schrift” der Bibel ins Deutsche.

 

Soweit nicht anders vermerkt ist auf diesen Seiten stets die Lutherübersetzung nach dem 1912 vom Deutschen Evangelischen Kirchenausschuß genehmigten Text, erschienen 1961 bei der Württembergischen Bibelanstalt, Stuttgart, zitiert (Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments).