| Christentum / Allmende | ||
(griech. martys, Zeuge, Blutzeuge für den Glauben) Der freiwillige, meist gewaltsame Tod des Gläubigen um des Glaubens willen.
Christlicher Erzmärtyrer ist der heilige Stephanus, dessen Steinigung vor den Toren Jerusalems von Saulus, dem späteren Paulus der Apostelgeschichte, beobachtet wurde.
Urmärtyrer ist der Abel, den sein Bruder Kain erschlug, weil Jahwe nur Abels Opfer annahm.
Die Geschichten von den Martyrien der ersten Christen werden als Märtyrerakten bezeichnet. Wichtige sind das Martyrium des Polykarp (~165) sowie der Brief der Gemeinden von Lyon und Vienne (177/178) an die Kirchen des Orients, die 48 Namen von Märtyrern enthielt, allerdings oft als Fälschung des Eusebius, dem Begründer der heiligen Lüge, betrachtet wird.
Im Mittelalter schuf Jacobus de Voragine mit seiner Legenda Aurea ein Legendenbuch, das zahlreiche Martyrien beschreibt. Die meisten stammen aus der Zeit der Christenverfolgungen (um 300) des römischen Kaisers Diokletian.
Der Tod im Martyrium galt als Vorstufe zu einem direkten Eingang in himmlische Glückseligkeit. Viele Christen sehnten sich geradezu nach diesem Ende und brachen vorsätzlich die Gesetze. In ihrer Glaubensgewissheit sollen sie oft lächelnd in den Tod gegangen sein.