| Christentum - Päpste | ||
(oder Clemens, lat. der Milde, Papst 1305 bis 1314) Der als Bertrand de Got geborene Franzose wurde 1305 zum Papst gewählt. Bis zu seinem Tod am 20. April 1314 blieb er im Amt. Sein Vorgänger war der Selige Benedikt XI., sein Nachfolger Johannes XXII.
Ehe Bertrand de Got Papst wurde, studierte er in Toulouse, Orléans und Bologna die Rechtswissenschaften. 1295 wurde er Bischof von Comminges. 1299 stieg er zum Erzbischof von Bordeaux auf, 1305 wurde er in Lyon zum Papst geweiht.
Seine Wahl verdankte Klemens dem französischen König Philipp IV., der den Papst während dessen gesamten Pontifikats in Abhängigkeit hielt. Das gelang u. a. auch deshalb so gut, weil es Philipp gelungen war, den Papst 1309 zur Übersiedlung nach Avignon zu bewegen, wo er ihn sehr viel näher bei sich hatte. Damit begann die bis 1376 währende Babylonische Gefangenschaft des Papsttums.
Klemens V. war ständig in Geldnöten. Also änderte er die Bestimmung des Papstes Bonifatius VIII., wonach alle hundert Jahre ein Heiliges Jahr begangen werden solle, in eine Periode von fünfzig Jahren ab. So wurde nach 1300 auch 1350 zum Jubeljahr und bescherte Klemens V. ordentliche Einnahmen.
Klemens V. unterstützte Philipp IV. bei der Vernichtung des Tempelritterordens.
Philipp war — wie auch der Papst — in Geldnöten und begehrte die sagenhaften Reichtümer der Templer. Der Papst gab nach und unter dem Vorwand der Ketzerei ließ man die Tempelritter so lange foltern, bis die nötigen Aussagen für eine Aufhebung des Ordens getan waren. Die geständigen Ritter wurden der weltlichen Gerichtsbarkeit übergeben und verbrannt.
Klemens hatte die Anzahl der zu verhaftenden Tempelritter auf zweitausend geschätzt, nach einigen Wochen gab es bereits fünfhundert — unter der Folter erpreßte — Schuldeingeständnisse. (HABIGER-TUCZAY, 96) 1312 hob Klemens V. den Orden auf.
Dieser Papst betrieb eine gediegene Vetternwirtschaft, indem er Verwandte mit hohen Posten am päpstlichen Hof bedachte und so reich beschenkte, daß am Ende seiner Tage der Heilige Stuhl annähernd mittellos war.
Außer als Werkzeug des französischen Königs, Verderber des Templerordens und strebsamer Nepotist ist Klemens V. allerdings auch als Förderer der Wissenschaften und Kirchenrechtler bekannt.
Der letzte Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, soll kurz vor seiner Verbrennung 1314 gesagt haben, weder der König noch der Papst würden das Jahr überleben. Und tatsächlich starben im gleichen Jahr Philipp IV. und Klemens V.
Als nach dem Tod des Papstes dessen Leichnam aufgebahrt worden war, schlug infolge eines tobenden Gewitters ein Blitz in die Kirche ein. Der Bau fing Feuer und verbrannte samt der in ihm liegenden päpstlichen Leiche.
Die Wahl eines Nachfolgers Klemens’ V. dauerte mehr als zwei Jahre. Dann erst einigte man sich zu Lyon auf Jacques Duèse, den späteren Johannes XXII. (de ROSA, 262f.)