| Christentum - Päpste | ||
(Cölestin, lat. dem Himmel zugewandt; Papst 1191 bis 1198) Der als Hyazinth Bobo um 1106 in Rom Geborene wurde in Rom Subdiakon, 1144 Kardinal, 1191 Papst.
Die Macht des Papstes über das Kaisertum machte Coelestin III. bei der Krönung Heinrichs IV., dem Sohn Friedrichs I., deutlich, indem er dem, als der Kaiser ihm den Pantoffel küßte, mit dem Fuß die Krone vom Kopfe stieß: wie er dem Kaiser die Krone verliehen habe, so könne er die jenem wieder nehmen. (CORVIN, 167f.) Später wagte Heinrich IV. dennoch ein Kräftemessen mit dem Papsttum. Der Kaiser hatte Sizilien erobert, bedrohte die Macht des Papstes in Mittelitalien und hoffte, das Kaisertum erblich zu machen, was dem Papst Einfluß gekostet hätte.
Coelestin III. war ein Gönner des Gelehrten Abaelard. Als der unter Beschuß des Bernhard von Clairvaux stand, machte der Papst sich nach Frankreich auf, um seinem Schützling beizustehen. (BORST, 363)
Coelestin III. meinte, eine vollzogenen Ehe zwischen Christen könne gelöst werden, wenn einer der Partner zum Ketzer würde. Beispielsweise wäre eine Christin, welche von ihrem Gatten zugunsten einer Heidin verlassen würde, frei zu einer erneuten Heirat, sofern ein Priester dem zustimmt. Denn es läge der Auflösung der Ehe der Gotteshaß des Mannes zugrunde. Auch wenn der Mann es sich anders überlege und zu der Christin zurückkehren wolle, sei diese nicht zu einer Wiederaufnahme der Ehe verpflichtet. Coelestin wurde wegen dieser Aussage allerdings von Papst Hadrian VI. (1522 bis 1523) selbst zum Ketzer erklärt. (DE ROSA, 262 u. 428)