| Christentum - Papst | ||
(gr.-hebr. Gott ist gnädig; Papst 955 bis 964) Eigentlich hieß dieser Sohn Alberichs II. von Spoleto Octavian. Im Alter von erst zwischen 16 und 18 Jahre soll er die Nachfolge seines Vorgängers Agapetus II. (946 bis 955) angetreten haben.
Im Streit mit dem italienischen König Berengar II. rief Johannes XII. den König Otto I. zu Hilfe. 962 krönte er ihn zum Kaiser. Beide Herrscher vereinbarten, der Kaiser solle den Kirchenstaat garantieren, die Kirche im Gegenzug die Kirchenpolitik des Kaisers billigen und ihm bei der Wahl eines Papstes das Recht zur Mitsprache einräumen.
Das Bündnis war nicht von Dauer. Denn Johannes schlug einen antikaiserlichen Kurs ein und wurde 963 auf einer vom Kaiser einberufenen Synode abgesetzt. Statt seiner setzte Leo VIII. als Papst ein, gegen den allerdings die Römer mit Benedikt V. einen eigenen Mann setzten.
Papst Johannes XII. soll wegen Mord, Gotteslästerung, Ehebruch, Inzest und das Glücksspiel berüchtigt gewesen sein. Im Jahr 964 wurde er wegen Unwürdigkeit abgesetzt. Am 6. September 964 ist er gestorben, angeblich wurde er von einem gehörnten Ehemann inflagranti ertappt und erschlagen.
Otto von Corvin schrieb dazu: Er entführte eine schöne Frau, wurde von dem Manne derselben auf frischer Tat ertappt und ,auf der Bresche’ der erstürmten Zitadelle totgeschlagen. (Pfaffenspiegel, 153)