| Christentum - Papsttum | ||
(auch Kallistos, Calixtus o. Callistus, Papst 1119 bis 1124) Der aus burgundischen Adel stammende Guido wurde 1022 Erzbischof von Vienne, ehe er 1119 als Kalistus II. Papst wurde und es bis zu seinem Tode am 13. Dezember 1124 blieb. Sein Vorgänger im Amt war Gelasius II., sein Nachfolger Honorius II.
Während seines Pontifikats wurde 1122 mit dem Wormser Konkordat der Investiturstreit beendet.
1123 berief Kalistus II. das als Erstes Lateranisches Konzil bekannte erste allgemeine Konzil der Westkirche ein. Dabei beschloß man, daß Priesterehen zu trennen und die Eheleute mit Bußen zu belegen seien, denn diese Ehen wären ungültig. Damit wurde mit einer langen Tradition gebrochen, denn Papst Gregor der Große hatte 602 verkündet, die Ehe eines Priesters sei sehr wohl gültig, allerdings hätte dieser sich zwischen Amt und Frau zu entscheiden. An der Praxis änderte dieser Beschluß jedoch wenig, weshalb sich sowohl das Zweite Lateranische Konzil von 1139 als auch das von Reims 1148 erneut mit dieser Frage befaßten und die Lehre von Lateranum I. wiederholten. (de ROSA, 503) Die Folge war, daß Priester nun zwar nicht mehr offiziell verheiratet sein konnten, stattdessen aber im Konkubinat lebten — was insbesondere für die Frauen von Nachteil war, da ihnen so der Schutz einer gültigen Ehe versagt blieb.
Während des Pontifikates Kalixt’ II. wurde Bischof Konrad von Konstanz 1123 heiliggesprochen.