Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Christentum - Papst
 

Leo X.

Dieser aus berühmter Familie stammende Papst (eigtl. Giovanni de’Medici, geb. 11. Dezember 1475 in Florenz, gest. 1. Dezember 1521 in Rom) wurde mit nur achtunddreißig Jahren Papst (als Nachfolger Julius’ II.). Schon als Siebenjähriger wurde er bei seiner Erstkommunion zum Abt gemacht, nur wenig später sollte er gar Bischof werden, mit dreizehn wurde er zum bis dato jüngsten Kardinal aller Zeiten. (DE ROSA, 141)

Leo X. war überaus an weltlichem Einfluß und irdischen Genüssen orientiert. Er mischte sich in den Streit um die Kaiserkrone ein, indem er zunächst für den französischen König Franz I. Partei nahm, sich dann aber auf die Seite des überlegenen Karl V. Zudem widmete er sich stark der italienischen Politik und dem gesellschaftlichen Leben in Rom und soll rauschende Bankette gegeben haben. Außerdem war er ein Förderer der Künste und der Literatur, welche eine Glanzzeit erlebte. Zudem war er ein Liebhaber exotischer Tiere, in seiner Menagerie befand sich ein weißer Elefant namens Hanno, den der Papst von König Emanuel von Portugal zum Geschenk erhalten hatte und der im vatikanischen Belvedere wohnte und seinerzeit eine Berühmtheit war. Leidenschaftlich ging Leo — gegen kanonisches Recht — auf seinem Landsitz Magliana bei Rom der Jagd nach. Alles dieses verschlang enorme Summen, welche Leo durch ausufernde Simonie (Ämterkäuflichkeit) aufzubringen trachtete. (DE ROSA, 141ff.)

Für die geistlichen Aufgaben eines Papstes hatte Leo X. neben alledem weniger Zeit, so daß seiner Amtszeit (1513 bis 1521) vorgeworfen wird, der Vatikan habe die heraufziehende Reformation nicht angemessen beachtet. (1520 bannte Leo X. Martin Luther und exkommunizierte ihn in der Bulle Exsurge Domine. Luther verbrannte das Dokument öffentlich.)

 

1519 sprach Leo X. Franz von Paola heilig, den Begründer des Paulanerrordens.

1521 ernannte Leo X. Heinrich den VIII., König von England, für dessen Buch über die sieben Sakramente zu einem „Verteidiger des Glaubens”. Daß der König sich eine seiner Ehefrauen nach der anderen durch Hinrichtung entledigte, stand dem nicht entgegen.

Im März 1521 veröffentlichte Leo X. die Bulle Exsurge Domine, in der er Martin Luther und seinen Anhängern den Kirchenbann androhte.