| Christentum - Päpste | ||
(gr. nike, Sieg u. laos, Volksmenge) Ein Papst, der am 24. April 858 den Stuhl Petri bestieg.
Zuvor war der um 800 Geborene am Heiligen Stuhl in Diensten der Päpste Sergius II. (Papst 844-847), Leo IV. (847-855) und Benedikt III. (855-858) tätig, ehe er selbst Papst wurde. Nikolaus I. war der erste Papst, der mit der Tiara gekrönt wurde.
Als Papst vertrat Nikolaus I. energisch das Vorrecht des Stellvertreters Christi. Er setzte unbotmäßige Bischöfe ab, lag mit König Lothar II. wegen der von ihm verweigerten Annullierung der königlichen Ehe im Streit und focht heftig mit der Ostkirche, welche in Nikolaus I. gar einen Ketzer sah.
Denn anders als noch Papst Pelagius meinte Nikolaus I., zu einer gültigen Taufe müsse nicht die Dreifaltigkeit angerufen werden, sondern es genüge die Anrufung Jesu Christi. Darüberhinaus erklärte er, von Priestern vorgenommene Firmungen seien ungültig, womit er einen schweren Angriff auf die griechische Kirche unternommen hatte, welche seit jeher Priestern die Firmung von Kindern gestattete. Nikolaus hingegen meinte, die griechischen Bischöfe müßten die Kinder noch einmal firmen, womöglich gar die Bischöfe selbst. Diese Haltung des Papstes war ein entscheidender Schritt in Richtung auf die spätere Spaltung der Kirche. (DE ROSA, 261f.)
Als Gegner der Folter verurteilte Nikolaus I. diese als Verletzung göttlichen Rechts. (DE ROSA, 202)
Nikolaus I. starb 867 in Rom, seine Grabstätte ist ungewiß.
Im Kalender der Heiligen ist sein Tag der 13. November.
(soweit nicht gesondert angegeben folgt der Text SCHAUBER, 356)