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   Christentum - Päpste
 

Pius II.

(lat. pius, „fromm”) Ein Papst, der von 1458 bis 1464 auf dem Stuhl Petri saß. Geboren ist er als Enea Silvio de Piccolomini am 18. 10. 1405 in Corsignano bei Siena, das später nach ihm Pienza genannt wurde, gestorben ist er am 15. 8. 1464 in Ancona. Den an Gelehrsamkeit interessierten Pius II. nannte man den „Humanistenpapst”.

Nach seinem Studium in Florenz bekleidete er verschiedene Posten, besonders im diplomatischen Auftrag, war Sekretär von Amadeos VIII, des Herzogs von Savoyen und späteren Gegenpapstes Felix V., ab 1442 diente er in solcher Funktion in Deutschland dem Kaiser Friedrich III. Während dieser Zeit verfaßte er die Liebes- und Abenteuernovelle Historia de duobus amantibus und die Komödie Chrisis. 1446 nahm er Abschied vom weltlichen Leben und trat einem Orden bei. 1447 wurde er Bischof von Triest, 1449/50 von Siena und ab 1456 war er Kardinal, ehe er 1458 Papst wurde.

Als Papst bemühte sich Pius II. um Reform der Kirche, was im allerdings trotz der Unterstützung des Nikolaus von Kues nur in Maßen gelang. Er wollte die geistliche Autorität des Papstes stärken und veröffentlichte dazu 1460 die Bulle Execrabilis, worin die Auffassung verurteilt wurde, die Konzilien seien wesentlicher als der Papst.

Gegen die Türkengefahr — 1453 hatten die Osmanen Konstantinopel erobert — suchte Pius II. die Herrscher des christlichen Europa zu einigen, was indes nicht gelang. Trotzdem Pius II. persönlich an dem von ihm angeregten Kreuzzug teilzunehmen gedachte, stießen nur wenige Truppen zu ihm (Venedig bot zwölf Schiffe), über das Warten auf Unterstützung verstarb er 1464 in Ancona.
Um die Fürsten gegen die Türken zu einen hatte Pius II. ein schaudernerregendes Bild von ihnen gezeichnet. „Die Türken seien, so schrieb er, ganz wilde Menschen, Feinde jeglicher Gesittung und Bildung. Sie kämen mitten aus der Barbarei des Skythenlandes, hätten keine antike Geschichte und trieben allerlei Unzucht; sie fräßen alles Abscheuliche und hätten von Wein, Getreide und Salz keine Ahnung.” (BORST, 25)

Dem humanistisch orientierten Pius II. kommt das Verdienst zu, als erster die „Germania” des Tacitus in seinen Texten erwähnt und damit der umfassendsten antiken Kunde von den alten Deutschen Bekanntheit verschafft zu haben.

Szenen aus dem Leben Pius II. wurden von Bernardino Pintoricchio (1454 bis 1513) illustriert, der in der Libreria del Duomo zu Siena eine Reihe von Freesken zu diesem Thema schuf.