| Christentum - Päpste | ||
Nach dem Studium wurde Pacelli 1899 zum Priester ordiniert und trat den Dienst im vatikanischen Staatssekretariat an. 1915 wurde er Bischof. 1917 kam er als päpstlicher Nuntius (Botschafter) nach München, dann nach Berlin. 1929 kehrte er nach Rom zurück, wo er Kardinal und 1930 Staatssekratär wurde. In diesem Amt wirkte er maßgeblich an der Konkordatspolitik Pius’ XI. mit.
Seit 1944 leitete Pius XII. die Kirche selbst (autokratisch, ohne Staatssekratär).
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges bemühte er sich um Hilfe für Kriegsgefange, Flüchtlinge und die Bevölkerungen der besiegten Länder.
Als erster Papst machte Pius XII. vom Instrument der päpstlichen Unfehlbarkeit Gebrauch, als er 1950 die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel ex cathedra zum zu glaubenden Dogma erklärte. Seither ist Mariä Himmelfahrt im katholischen Jahreskreis offizielles Fest.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Pius XII. bereit, jeden Katholiken zu exkommunizieren, der einen kommunistischen statt einen katholischen Kandidaten wählte. (DE ROSA, 187)
Schwere Vorwürfe wurden gegen Pius XII. nach dessen Tod wegen seiner Haltung zu den Politiken Mussolinis und Hitlers erhoben. Insbesondere habe er zur Unterdrückung und Verfolgung der Juden geschwiegen. (DE ROSA, 244ff.)
Auch Kritiker erkennen an, Pius XII. hätte die Katholiken an eine majestätische Erscheinung und Zeichen eines messerscharfen Verstandes gewöhnt. (DE ROSA, 335)
In seiner Enzyklika Mystici corporis von 1942 sagte Pius, dabei die Bulle Unam Sanctam des Papstes Bonifatius VIII. zitierend: Christus und der Papst sind eins als Haupt der Kirche. (de ROSA, 435)
1942 gründete Pius XII. die Bank des Vatikan.
Pius XII. gestattete Eheleuten als Mittel zur Familienplanung die Anwendung der Knaus-Ogino-Methode zur Ermittluung unfruchtbarer Tage (auch sichere Tage, Temperatur-Methode bzw., wegen gewisser Unsicherheit, Vatikanisches Roulett genannt). Dessenungeachtet hielt Pius XII. an der grundsätzlichen Ablehnung empfängnisverhütender Mittel fest.
Am 1. Mai 1955 setzte Papst Pius XII. das Fest Josef der Arbeiter ein um in Gedenken an Josef, den Gatten der Maria, den Tag, den die Welt der Arbeit sich als eigenes Fest auserkoren hat, die christliche Weihe zu geben und zu einer stets wiederkehrenden Einladung an die moderne Gesellschaft werden zu lassen.