| Christentum - Papsttum | ||
(ital. Guardia Svizzera Pontificia) Am 22. Januar 2006 feierte Papst Benedikt XVII. den 500. Geburtstag der Schweizergarde. Diese ist die Schutztruppe des Vatikanstaates und des Papstes und überdies die kleinste Armee der Welt.
Papst Julius II. begründete 1505 diese heute etwa 110 Mann starke Truppe, welche sich ausschließlich aus männlichen Schweizern katholischen Glaubens rekrutiert, welche in der Schweiz eine militärische Ausbildung durchlaufen haben und die mindestens 1,74 Meter Körpergröße haben, zudem die deutsche Sprache beherrschen, denn die Amtssprache der Schweizergarde ist das Deutsche.
Anfang des sechzehnten Jahrhunderts lag das Papsttum mit dem seinerzeit mächtigen Stadtstaat Venedig, mit Frankreich und mit Spanien in Fehde. Darum benötigte Julius II. eine ihm ergebene Schutztruppe und ließ darum in den damals Oberallemanien genannten Gebieten der Schweiz, Luzern und Zürich, etwa zweihundert Fußknechte anwerben. Am 22. Januar 1506 trafen diese Soldaten in Rom ein und erhielten den päpstlichen Segen.
Nicht immer bestand die Schweizergarde aus schweizerischen Soldaten. Nach der Plünderung Roms am 6. Mai 1527 durch Landsknechte aus Spanien und dem Heiligen Römischen Reich wurde eine Leibwache aus Deutschen Schutztruppe des Papstes. 1542 griff man jedoch wieder auf Rekruten aus der Schweiz zurück, wobei es seither geblieben ist.
Die Bewaffnung der Schweizergarde ist allerdings nicht mit modernen Armeen der Gegenwart zu vergleichen. Noch immer führen die Schweizgardisten die Hellebarde, dazu Handfeuerwaffen und Pfefferspray, zudem sind sie in Karate ausgebildet. Am auffälligsten sind jedoch die in Blau, Gold und Rot gehaltenen Uniformen dieser Armee, welche noch immer der Mode des sechzehnten Jahrhunderts entsprechen und welche in ihren Grundzügen von Michelangelo entworfen worden sein soll. (Nach anderer Darstellung stammt die heutige Uniform allerdings nicht von Michelangelo, sondern wurde im Jahr 1914 von einem ausgeschiedenen Mitglied der Armee entworfen.)
Ins Gerede kam die Schweizergarde am 4. Mai 1998, als ein Gardist im Vatikan mit seiner Dienstpistole seinen Kommandanten, dessen Frau und anschließend sich selbst erschoß. Die Spekulationen schossen — wie wohl immer bei derlei ungewöhnlichen Vorkommnissen im Vatikanstaat — ins Kraut, offiziell heißt es, der Täter habe einen Wahnsinnsanfall erlitten.