| Christentum - Päpste | ||
Ein Papst, der von 1159 bis 1181 das Amt inne hatte. Sein Vorgänger war Hadrian IV., sein Nachfolger Viktor IV.
Er wurde um 1105 als Orlando (Roland) Bandinelli geboren und war Sohn einer Adelsfamilie aus Siena. Er studierte in Bologna das kirchliche Recht und galt um 1140 als einer der hervorragendsten Rechtsgelehrten seiner Zeit.
1150 wurde Bandinelli zum Kardinal erhoben und war fortan engster Berater des Papstes Hadrian IV.
1156 hielt man zu Besançon einen Reichstag ab. Bei dieser Gelegenheit kam es zur Konfrontation zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und Bandinelli. Streitfrage war die lehnsrechtliche Unabhängigkeit des Kaisers vom Papsttum.
Als Bandinelli 1159 zum Papst gewählt worden war, versetzte dieses daher den Kaiser nicht gerade in Begeisterung und Friedrich berief Viktor IV. zum Gegenpapst. Alexander III. mußte das Feld räumen und floh nach Frankreich, wo ihn die französischen und englischen Kirchen und Kronen unterstützten. Mit ihrer Hilfe konnte Alexander III. 1166 die Rückkehr nach Italien wagen.
Hier stellte er sich an die Spitze des Lombardenbundes und bekämpfte die kaiserliche Herrschaft über Norditalien. Zwar konnte sich keine der Parteien abschließend durchsetzen, aber immerhin erreichte Alexander III. mit dem Kompromiß von Rialto 1177 seine Anerkennung als Papst. Am Ende hatte er sich gegen gleich vier Gegenpäpste durchgesetzt (neben Viktor IV. waren das Paschalis III., Kalixt III. und Innozenz III.).
1179 berief Alexander III. das 3. Laterankonzil ein. Dieses bestätigte den Anspruch des Papstes auf herausgehobene Stellung. Durch Reform der Papstwahl schaltete Alexander III. den Einfluß des Kaisers aus, indem fortan nur noch die Kardinäle wahlberechtigt waren.
Überdies verbot Alexander III. die Eigenkirchen.
Alexander III. bestätigte die Schenkung Irlands an den englischen König, welche Papst Hadrian IV. König Heinrich II. gemacht hatte. Allerdings bestand er auf die Zahlung einer jährlichen Steuer. (DE ROSA, 53)
Nachdem Heinrich II. den Erzbischof Thomas Becket ermordet hatte, zwang Alexander den König 1171 zur öffentlichen Buße.
1173 sprach Alexander III. Thomas Becket heilig.
In Spanien förderte Alexander III. die Reconquista.
Dem französischen König Ludwig VII. half der Papst nach Kräften, er verlieh ihm den Titel allechristlichster König.
Alexander III. billigte das Armutsgelübde der Waldenser. Allerdings ordnete er an, daß die ihre Sittenpredigt nur unter Aufsicht des Klerus stattfinden dürfe. Darüber gab es Streit und so kam es 1184 auf der Synode zu Verona zu einer Verurteilung der Waldenser.
Papst Alexander III. berichtete von einer Frau, welche zum Zwecke eines Liebeszaubers eine bei der Kommunion empfangene Hostie im Munde behielt. Als sie ihren ungetreuen Mann küssen wollte, denn so lasse sich ein Mann an eine Frau binden, wuchs ihr die Hostie an der Zunge fest und ließ sich nicht mehr entfernen. (HABIGER-TUCZAY, 88)
Alexander III. starb am 30. August 1181 in Rom.