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   Christentum - Päpste
 

Alexander VI.

(gr. „der Männer-Abwehrende”; Papst von 1492 bis 1503) Alexander VI., eigentlich Rodrigo de Borja (Borgia), geboren vermutlich 1430 in Játiva bei Valencia, war der Neffe des Papstes Kalixt III. Er selbst wurde Vater des berüchtigten Cesare Borgia.

Er, der durch Simonie (Ämterkäuflichkeit) als Nachfolger Innozenz’ VIII. ins Amt gekommen war, wurde als einer der sittenlosesten Inhaber des Stuhls Petri und weltlich eingestellter Renaissancefürst bezeichnet, gilt andererseits aber auch als geschickter Politiker.

1493 teilte Alexander VI. die von Kolumbus entdeckte Neue Welt unter die Königreiche Spanien und Portugal, damit die Barbarenvölker zurückgedrängt und zum Glauben zurückgeführt werden können. (BORST, 26)

1496 verlieh Alexander VI. an Isabella I. von Kastilien und Ferdinand den Katholischen von Aragón den Titel Katholische Könige. Daher trägt der König Spaniens bis heute den Titel Katholische Majestät.

Alexander VI. soll gesagt haben: „Jede Religion ist gut, die beste aber — die dümmste.” (CORVIN, 10)

Ihm werden zahlreiche Liebschaften nachgesagt. Fünf Kinder entstammten seiner Verbindung mit der Adligen Vanozza Catanei, von anderen Mätressen stammten vier weitere Kinder.

Am 20. September 1493 veröffentlichte Alexander zwei Bullen. Mit der einen suchte er nachzuweisen, daß Cesare (sein eigener Sohn) der Sohn der Vanozza Cateini und deren Ehegatten war, in der anderen — nicht zur Veröffentlichung bestimmten — anerkannte er hingegen Cesare Borgia als seinen Sohn. (de ROSA, 132) Seiner eigenen Tochter Lucrezia gewährte er „nach drei Jahren ausgiebig vollzogener Ehe”, die Annulierung ihrer Ehe. (ebd., 410)

Am 18. August 1503 starb Papst Alexander VI. in Rom. Sein Nachfolger im Amt wurde Pius III.