| Christentum | ||
(lat. concilium, Ratsversamlung) Ein Konzil ist eine Bischofsversammlung, welche wesentliche Glaubensgrundsätze der christlichen Kirche feststellt.
Das erste Konzil war das vom römischen Kaiser Konstantin I., er selbst war ein Heide, einberufene Konzil zu Nicäa (325).
Das Konzil ist eine Form der Synode. Darunter versteht man eine Versammlung mehrerer Gemeinden, Bistümer oder Kirchenprovinzen. Die katholische Kirche kennt als kleinste Form die Diözesan-(Bistums-)-Synode, dann die Metropolitansynode und die Bischofssynode bis hin zur höchsten Synode, welche das die Gesamtkirche betreffende Konzil ist.
In den anderen Kirchen werden noch weitere Formen der Synode abgehalten, dazu später an anderer Stelle mehr.
Für die Kirchengeschichte wurde dieses von Konstantin nach Nicäa einberufene Konzil bedeutsam, da die 318 von Konstantin ausgesuchten Bischöfe hierbei die Wesenseinheit (Homousia) Gottes mit Jesus Christus feststellten. Diese Lehre wurde durch kaiserliches Gesetz zum Dogma. Die bis dahin verbreitete Lehrmeinung des Arius, Gott und Christus seien ähnlich, aber nicht wesensgleich, war damit zum Irrtum erklärt. Außerdem wurde der Termin des Osterfestes festgelegt.
Dieses von Kaiser Theodosius I. (347 bis 395) einberufene Konzil erweiterte das Nizäische Glaubensbekenntnis und stellte nun die Dreieinigkeitslehre fest. Gemäß diesem Nizäisch-Konstantinopolinischen Glaubensbekenntnis (Nicaeno-Constantinopolitanum) ist von einer Wesensgleichheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist auszugehen.
Auf diesem Konzil, nach Ephesos in Kleinasien von Kaiser Theodosius II. einberufen, wurde die Gottesmutterschaft Marias zum Dogma erklärt, womit es sich gegen den Nestorianismus wandte. Das Konzil von Ephesos verwarf zudem den Pelagianismus.
Auf dem Konzil von Ephesos wurde das Kreuz zum offiziellem Zeichen des Christentums erklärt.
Die Räubersynode. So bezeichnete Papst Leo I. die Synode von Ephesos 449, welche den monophystisch denkenden Eutychus für rechtgläubig erklärt wurde und damit auch dessen Lehre für rechtens. Das Konzil von Chalkedon 451 verwarf die Beschlüsse dieser Synode, bei welcher die Parteigänger des Eustychus auch vor Gewaltanwendung nicht zurückschreckrten (daher Räubersynode)
Kaiser Marcianus berief dieses Konzil auf Betreiben seiner Gattin Pulcheria Aelia ein. Es bestimmte die zwei Naturen in der einen Person Christi (die hypostatische Union) zum Glaubenssatz. Nach dieser Chalzedonischen Glaubensformel sind in der Person Jesu die göttliche und die menschliche Natur unvermischt und unzertrennlich enthalten. Der Streit um diese Frage führte im weiteren Verlauf zum Morgenländischen Schisma, dem erstem Schisma von anhaltender Bedeutung.
Das von Kaiser Justinian nach Konstantinopel einberufene Konzil verurteilte die Drei Kapitel der Nestorianer. Dieses Konzil erklärte jeden, der nicht nach dem Willen der Kirche glaubte, zum Ketzer, der mit dem Tode zu bestrafen sei und zudem sein Erbrecht verlor.
Die Lehre von der Wiedergeburt wurde verurteilt: Jeder, der die mythische Lehre von der Präexistenz der Seele und die daraus folgende Ansicht von ihrer Wiederkehr unterstützt, sei mit dem Kirchenbann belegt. (WALKER, 911)
Dieses Konzil ging als Akklamationskonzil in die Geschichte ein. Tatsächlich sollen hier weniger die Bischöfe oder der zwischenzeitlich exkommunizierten Papst Vigilius als vielmehr der oströmische Kaiser das Zepter geführt haben.
Kaiser Konstantin IV berief dieses Konzil ein, auf dem der Monotheletismus, die Lehre, Christus habe nicht zwei Willen, wie seine Doppelnatur annehmen lassen könnte, sondern nur einen, ebenso verurteilt wurde wie Papst Honorius I., der für den Monotheletismus eingetreten war.
Neben der theologischen Klärung war dieser Fall kirchenpolitisch bedeutsam, weil hier ein Konzil seinen Beschluß eindeutig über den Ausspruch eines Papstes stellte (de ROSA (1991), S. 259f.).
Das von Kaiserin Irene einberufene Konzil führte zur Erlaubnis der Bilderverehrung.
Zum letzten Male berief mit Kaiser Basileos I. ein weltlicher Herrscher ein Konzil ein. Es beseitigte das Photianische Schisma.
Beim Konzil von Clermont 1095 rief Papst Urban II. die Christenheit zur Befreiung der heiligen Stätten auf.
Des weiteren wurde die Ehelosigkeit der Priester festgeschrieben.
Das unter Urban II. 1095 abgehaltene Konzil von Piacenza, an dem 400 Kleriker und 30.000 Laien teilnahmen, verdammte Priesterehen ein für allemal. (de ROSA, 501)
Einberufen von Papst Kalixt I. verkündete dieses Konzil das Wormser Konkordat und führte zur Beendigung des Investiturstreits.
Auf dieser Synode erhielt der Templerorden seine offizielle Bestätigung.
Das von Papst Innozenz II. einberufene Konzil führte zur Absetzung von Gegenpapst Anaklet II.
Papst Alexander III. berief dieses Konzil ein, das Vorschriften zur Wahl des Papstes erließ und Maßnahmen gegen Juden, Sarazenen, Katharer und Waldenser beschloß.
Dieses von Papst Innozenz III. einberufene Konzil forderte die Wiedergewinnung des Heiligen Landes. Es wurden kirchliche Reformen beschlossen und ein Bekenntnis gegen die Lehren der Katharer und Waldenser abgelegt. Außerdem galt nun die Lehre von der Transsubstantiation und jeder Laie hat seither mindestens einmal jährlich die Beichte abzulegen. Juden und Sarazenen wurden zum Tragen bestimmter Kleidung verpflichtet.
Die Todesstrafe wurde für alle Fälle von Häresien zu einem verbindlichen Gesetz des kanonischen Rechts. (PICKERING, 128)
Auf dieser Kirchenversammlung wurde beschlossen, daß Taufwasser, Chrisma und Öl sorgfältig unter Verschluß zu halten seien, um magische Handlungen damit zu verhindern. (DAXELMÜLLER, 157)
Papst Innozenz IV. berief dieses Konzil ein, das zur Absetzung Kaisers Friedrich II. aufrief.
Papst Gregor X. berief dieses Konzil ein (Bonaventura bereitete es in seinem Auftrage vor), das zum Kreuzzug aufforderte, zur Union mit den Griechen aufrief und Bestimmungen zur Papstwahl formulierte. Die Wiedervereinigung Roms mit der griechischen Kirche konnte erreicht werden. Auf dem Konzil von Lyon eine offizielle Definition des Purgatoriums (Fegefeuer) gefunden.
Auf diesem Konzil wurden Zauberei, Wahrsagen und Liebestränke verboten. (WALKER, 392).
Dieses Konzil, einberufen von Papst Klemens V., beschloß die Aufhebung des Templerordens und die Übertragung seines Vermögens an die Johanniter. Es entschied auch im Armutsstreit des Franziskanerordens.
Einberufen vom Gegenpapst Johannes XXIII. beendete dieses Konzil das Schisma, verurteilte die Lehren des Johann Hus und lehrte den Konziliarismus (oder konziliare Theorie), wonach allgemeine Konzilien über dem Papst stehen.
Dieses Konzil behandelte die Union mit Griechen, Armeniern und Jakobiten. Es verkündete den Primat des römischen Bischofs. Einberufen hatte es Papst Martin V.
Dieses von Papst Julius II. einberufene Konzil lehrte die Individualität und Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Außerdem lehnte es den vom Konzil zu Konstanz erklärten Konziliarismus ab, demnach Konzilien über dem Papst ständen.
Papst Paul III. berief dieses Konzil zur Neuorientierung der Kirche ein. Themen waren Reformation, Erbsünde, Rechtfertigungslehre, Eucharistie, Heiligenverehrung und Ablaß. Auf diesem Konzil wurde der Kanon des Alten und des Neuen Testaments endgültig festgelegt. Das Konzil beschloß auch eine Empfehlung, dernach Kirchen einen länglichen Grundriß haben sollten.
Auf diesem Konzil, das Papst Pius IX. einberufen hatte, wurde das Primat und die Unfehlbarkeit des Papstes zum Glaubenssatz erhoben. Irrtümer jener Zeit wie Rationalismus und Liberalismus wurden verurteilt. Überdies wurde beschlossen, daß auf Konzilien künftig Mehrheitsentscheidungen getroffen würden. Bis dahin war Einstimmigkeit erforderlich.
Das von Papst Johannes XXIII. einberufene Konzil gilt vielen als Öffnung der Kirche in Richtung Ökumene und als Beginn eines Dialogs Roms mit nichtchristlichen Glaubensvorstellungen. Es forderte die Kollegialität der Bischöfe und führte eine neue Liturgie ein.
Eine Änderung war die Reform des Heiligenkalenders. Zahlreiche traditionelle Gedenktage der Heiligen und Seligen wurden auf andere Termine verlegt.
Auf diesem im heute Ankara genannten Ort abgehaltenen Konzil ist erstmals von Frauen die Rede, welche, angeführt von Diana oder Herodias, auf Tieren reitend den Luftraum durchfahren sollen. (LECOUTEUX, 19f.)