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   Christentum / Satanismus
 

Schwarze Messe

Zu Ehren Satans sollen Messen gefeiert werden, die in bewußter Umkehr christlicher Sitte eine Parodie des Gottesdienstes darstellen. Bei der schwarzen Messe, der Begriff kam Ende des 19. Jahrhunderts auf, wird das katholische Zeremoniell betont blasphemisch karikiert, etwa wenn die Hostie dreieckig statt rund und aus Blut und Mehl gebacken ist, als Altar eine nackte Frau dient, schwarze statt weiße Kerzen entzündet werden, Wasser statt Wein gereicht wird, Kreuze mit dem Langbalken nach oben gezeigt werden und Tiere, besonders Ziegen, teilnehmen.

Gebete und Litaneien werden bei der schwarzen Messe rückwärts oder in Entstellung (z. B. wird aus Hoc est corpus das bekannte Hokuspokus) aufgesagt, unterstellt wird auch gern die Opferung von Kindern - so jedenfalls in gängigen Filmerzeugnissen us-amerikanischer Provenienz.

Als ein Vorläufer der schwarzen Messe gilt die Messe der Toten, die im frühen Mittelalter gelegentlich gelesen worden sein muß, denn entsprechendes wurde von der Kirchenleitung ausdrücklich verurteilt. So eine Messe der Toten war wie eine übliche Totenmesse aufgebaut, nur wurde statt eines Toten der Name eines Lebenden genannt. Der betreffende soll einige Tage nach der Messe sterben müssen. (siehe auch Totbeten)

Eine andere Abart der Messe war die Messe des heiligen Geistes. Diese glich weitgehend dem Original, doch sollten einige Abwandlungen Gott dazu nötigen, beliebige Wünsche zu erfüllen, es handelte sich also um eine besondere Form der Beschwörung bei der Gott wie ein Dämon genötigt wurde, sicherlich eine besonders verwerfliche Sünde.

Während der Hexenverfolgungen galt die schwarze Messe auch als zentraler Bestandteil des Hexensabbats, eine Verknüpfung der Hexerei mit der Teufelsanbetung.

 

Der Begriff schwarze Messe wurde aber auch für illegal abgehaltene Messen nach katholischem Ritus genannt, beispielsweise bei verbotener Eheschließung zwischen Katholiken und Nichtkatholiken oder Toten- und Seelenmessen für Exkommunizierte. Der Begriff ist dann ähnlich wie das „Schwarzfahren” zu verstehen.