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| Christentum - Heilige | |
(nach dem röm. Gott Mars; Papst 649 bis 653) Der um 600 in Todi (Italien) geborene Martin wurde 649 — ohne die seinerzeit übliche Bestätigung des Kaisers — als Nachfolger Theodors I. zum Papst geweiht.
Martin verurteilte 649 den Monotheletismus (Lehre von zwei Naturen, aber nur einem Willen Christi) und wurde deshalb unter Kaiser Konstanz II. zum Tode verurteilt. Zunächst ließ der Kaiser den Papst in Rom gefangennehmen und nach Naxos bringen, wo er ein Jahr im Gefängnis verbringen mußte. Dann ließ Konstanz Martin nach Konstantinopel schaffen, wo man ihm den Prozeß machte.
Der Bischof [Martin] hatte das päpstliche Übel, das Podagra in den Beinen — seine Nachfolger hatten es häufig im Kopfe — und erschien sitzend im Sessel. Aber der richter befahl ihm, das Verhör stehend abzuwarten, und da er dies nicht konnte, so wurde er von zwei Männern aufrecht gehalten. (CORVIN, 138)
Martin wurde zum Tode verurteilt, man legte ihm ein Halseisen um und in Ketten schleppte man ihn durch die Stadt, wobei der Scharfrichter ihm mit entblößten Schwert voranging, wie es damals üblich war. Im Gefängnis fesselte man ihn auf eine Bank und setzte ihn so unterfreien Himmel, auch das war seinerzeit bei Verbrechern vor dem Tag ihrer Hinrichtung so üblich. Zu seinem Glück erhielt er durch mildtätige Gefängnisweiber zu Essen und ein Bett und der schon im Sterben liegende Patriarch Paulus von Konstantinopel, den Martin selbst zuvor noch als Ketzer verflucht hatte, bat beim Kaiser um Gnade für den römischen Bischof. Konstanz ließ sich erweichen und Martin wurde zum Leben in der Verbannung begnadigt (CORVIN, 138f.) und auf die Krim verbannt. Dort starb er am 16. September 655 in Cherson.
Noch während Martin I. am Leben war, trat Eugen I. seine Nachfolge an.
Martins Tag ist der 13. April, früher gedachte man seiner im Abendland auch am 12. November.
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