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| Christentum - Heilige | |
(Wilfrith, Wilfrid; ahd. will(e)o, Wille, Wunsch u. fridu, Schutz, Friede) Ein Bischof, der um 634 in dem angelsächsischen Königreich Northumbrien geboren wurde.
Nach seiner Erziehung im Kloster Lindisfarne ging Wilfried für einige Jahre nach Lyon und Rom und lernte dabei die römische Liturgie und die Klosterregel des Benedikt kennen und schätzen. Die römischen Sitten brachte Wilfried in seine Heimat mit und als er 660 Abt des Klosters Ripon wurde, führte er dort dieBenediktinerregel an ein.
Die keltische Kirche der britischen Inseln hatte gegenüber Rom ihre Unabhängigkeit bewahrt und wich in einigen Fragen von der römischen Kirchen ab. Streit entzündete sich an der Festlegung des Ostertages, da die keltische Kirche an einer archaischen Berechnungsmethode festhielt, während Rom den ersten Sonntag nach Frühlingsanfang bestimmt hatte. Auf der Synode von Whitby verteidigte Wilfried 664 die römische Haltung, 669 hatte sich seine Sicht durchgesetzt.
669 wurde Wilfried zum Bischof von York ernannt. Dieses Amt brachte ihn in Konfrontantion mit dem Erzbischof von Canterbury, indem Wilfried in einer Streitfrage Rom um Weisung ersuchte. Der Papst entschied zu Gunsten Wilfrieds — zum Mißfallen des Königs Egfried, der die Kirche seines Reiches nicht unter römischen Primat wissen wollte und daher Wilfried verfolgen und gefangensetzen ließ.
Wilfried wurde des Landes verwiesen, ging nach Sesley in Sussex und widmete sich gezwungenermaßen der Mission der noch heidnischen Sachsen des südlichen Englands. 686 wurde Wilfried zum Bischof von Hexham ernannt und kam also wieder in den Norden.
Gegen Ende seines Lebens zog sich Wilfried von York ins Kloster Ripon zurück, am 24. April 710 ist er in Oundle gestorben.
Wilfried soll mit dem Merowinger Dagobert II., der sich zeitweilig in York niedergelassen hatte, Freundschaft geschlossen haben und dessen Mentor geworden sein, ehe Dagobert auf das Festland zurückkehrte und fränkischer König wurde. Wilfried habe dabei möglicherweise das Interesse verfolgt, dem rechtmäßigen König der Franken einen romfreundlichen Kurs nahezulegen. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 233-235)
Einmal soll Wilfried einen toten Mönch wieder zum Leben erweckt haben. Bei diesem Wunder wird er dargestellt, außerdem ein Kind segnend, als Bischof und mit Buch.
Wilfrieds Tag im Kalender ist der 24. April, in Canterbury und Utrecht der 12. Oktober.
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