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| Christentum - Heilige | |
* 1347 in Siena, Italien (Toskana) † 29. April 1380 in Rom
(von gr. katharos, rein) Katharina von Siena war eine Ordensfrau und Mystikerin. Mit 18 Jahren trat sie den Dominikaner-Terzianerinnen bei und pflegte aufopfernd Pestkranke. Auch sie selbst wurde von der Pest angesteckt, arbeitete aber weiter und überlebte den Schwarzen Tod.
Immer wieder hatte Katharina Visionen und empfing um 1362 von Jesus Christus persönlich einen diamantenen Trauring. Am 1. April 1375 zeigte sie auch dessen Wundmale.
Katharina wurde zur Ratgeberin hochgestellter Persönlichkeiten.
Ihr ist es zu verdanken, daß Papst Gregor XI. von Avignon nach Rom übersiedelte, indem sie 1377 nach Avignon ging, um den Papst zu beeinflussen. Dort sollen die an papstnahes Wohlleben gewöhnte höfische Damen die Echtheit ihrer religiösen Versenkung überprüft haben, indem sie ihr während ihrer Trance Nadeln in den Körper steckten und sie zwickten, daß sie tagelang kaum gehen konnte. Am Ende behielt Katharina jedoch die Oberhand und der Papst übersiedelte nach Rom (de ROSA, 111). An Gregor XI. schrieb sie, die mit den Sitten am päpstlichen Hof haderte, sie brauche diesen nicht aufzusuchen, um ihn zu riechen. Denn: Der Gestank der Kurie, Heiligkeit, hat meine Stadt seit langem erreicht. (ebd., 149)
Nach Ausbruch des Schismas stellte sie sich auf die Seite des Papstes Urban VI. und arbeitete für die Einheit der Kirche.
33jährig verstarb sie am 29. April 1380, nachdem sie sich in ihren letzten Lebensjahren ausschließlich von der Eucharistie (Abendmahl) ernährt hatte.
Nach ihrem Tod erst entdeckte man die Stigmata (Wundmale Christi).
Jahrzehntelang stritten Dominikaner und Franziskaner über die Frage, ob diese Wundmale Katharinas tatsächlich geblutet hätten, bis Papst Urban VIII. (1623-1644) entschied, daß dem nicht so war (Otto v. Corvin, Pfaffenspiegel, 63).
Sie wurde in der Dominikanerkirche S. Maria sopra Minerva in Rom beigestzt, wo ihr Leib bis heute unverwest in einem Glasschrein liegt. Ihr Kopf wurde nach S. Domenico in Siena verbracht.
1461 erfolgte Katharinas Heiligsprechung, am 4. Oktober 1970 wurde sie zur Kirchenlehrerin ernannt.
Zahlreiche Briefe sind von ihr erhalten. In Italien genießt sie besondere Verehrung.
Dargestellt wird Katharina in weltlicher Kleidung mit Lilie, Kreuz, Dornenkrone, Wundmalen und Pestkranken.
Katharina ist Patronin von Italien und zweite Patronin von Rom. Sie hilft bei Kopfschmerzen, schützt vor Pest und tröstet die Sterbenden.
Ihr Tag ist der 29. April.
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