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| Christentum - Heilige | |
(ahd. Bär + hart, sein Beiname ist honigfließender Lehrer) Der um 1090 in Fontaines-lés-Dijon, Frankreich, geborene wurde 1112 mit vier seiner Brüder Zisterziensermönch. Als Mönch machte er rasch Karriere und wurde bereits 1125 Gründerabt der Abtei Clairvaux, er gründete noch weitere 69 Klöster dieses Ordens und wird deswegen auch zweiter Stifter dieses von Robert von Molesme begründeten Ordens genannt.
Er gilt auch als (Mitbe-)Gründer des Templerordens, 1128 erwirkte er dessen kirchliche Anerkennung.
Bernhard hatte beste Beziehungen zu mächtigen Persönlichkeiten seiner Zeit, insbesondere Papst und Kaiser. Auch im Volk begeisterte man sich für den ungewöhnlich charismatischen Mann.
Sein besonderes Augenmerk galt dem Zweiten Kreuzzug (1149), für den er leidenschaftlich predigte, dessen Scheitern dann auch als größte Enttäuschung Bernhards gilt. Kritische Betrachter des Heiligen merken an, daß dieser Kreuzzug nicht nur 7 Millionen Opfer gekostet haben soll, sondern daß der begeisterungsfähige Prediger mit seinem Aufruf viele Gegenden von kampffähigen Männern leerte und so zahllose Familien ihres Ernährers beraubte.
Den Papst Innozenz’ II. unterstützte Bernhard von Clairvaux erfolgreich — und gemeinsam mit Kaiser Lothar III. — gegen die Ansprüche dessen Rom besetzt haltenden Widerpart Anaklet II.
Entschiedener Gegner war Bernhard auch den Katharern und Albigensern, des Petrus Waldus (Waldenser) und Pierre Abelards.
Viele Wunder sind von Bernhard berichtet. Durch sein Gebet überwand häufig den Teufel persönlich, sogar Steine vermochte er zu erbarmen. Einmal soll ein steinernes Christusbild vom Kreuz herabgestiegen sein und ihn umarmt haben. Auch eine steinerne Maria erweichte er, sein Gebet bewog sie ihm die Brust zu geben. Als er ein anderes Marienbild im Dom zu Speyer grüßte, soll die Muttergottes ihn zurückgegrüßt haben. Das quittierte Bernhard, der selbst nie die Jungfernschaft der Mutter Jesu anerkannte, der Legende zufolge mit dem Ausspruch des Paulus Mulier taceat in ecclesia (Die Frau schweige in der Gemeinde). Auch von einer Erscheinung der von Engeln begleiteten Madonna wird berichtet.
Bernhard starb am 20. August 1153 zu Clairvaux. Sein eigentliches Grab hat die Zeitläufte nicht überdauert, doch befindet sich sein Kopf als Reliquie in der Kathedrale von Troyes, Frankreich.
Nach seinem Tod soll er seinen Mönchen mehrfach in himmlischen Glanze erschienen sein - allerdings mit einem Makel in der Mitte seines Leibes. Denn zu Lebzeiten hatte Bernhard sich stets geweigert, die Jungfräulichkeit der Maria anzuerkennen.
Am 18. Januar 1174 wurde Bernhard heiliggesprochen, 1830 zum Kirchenlehrer ernannt.
Dargestellt wird er als Zisterzienser, mit dem an die Kette gelegtem Teufel, mit Bienenkorb und weißem Hund, mit Kreuz, Rosenkranz und Totenschädel, mit Folterwerkzeugen und mit der Gottesmutter Maria.
Bernhard ist Patron der Zisterzienser, von Burgund, Gibraltar, Genua und Ligurien, der Bienen, Imker und Wachszieher, gegen Tierseuchen, Unwetter und in der Stunde des Todes.
Sein Tag ist der 20. August.
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