| < zurück | |
| Christentum - Heilige | |
Am 28. Dezember eines jeden Jahres gedenkt die katholische Kirche der unbekannten Zahl Neugeborener, die Matthäus 2,16 zufolge auf Geheiß des Herodes ihr Leben lassen mußten. Der fürchtete, ein ihm von den Weisen aus dem Morgenland angekündigter König, nämlich Jesus, würde ihm dereinst die Herrschaft entreißen.
Nachdem Herodes herausgefunden hatte, wo etwa mit der Geburt des Kindes zu rechnen wäre, ließ er die dort neugeborenen Knaben hinmorden.
Der sogenannte Kindermord des Herodes ist historisch zweifelhaft, schon im Neuen Testament wird er allein von Matthäus erwähnt. Interpretiert wird die Stelle darum als eine Anlehnung der Geburtsgeschichte Jesu als des kommenden Erlösers an den Bericht vom ersten Erlöser Mose. Zur Zeit von dessen Geburt griff der Pharao zu einem ähnlichen Mittel, um die Vermehrung der Hebräer einzudämmen (2. Mose 1,22). Aber Mose entkam bekanntlich in einem Körbchen und konnte als Erwachsener sein Volk aus Ägyptenland führen.
Ein Kindermord anläßlich der Ankunft eines heiligen Königs ist ein geläufiges mythisches Motiv. So soll ein König von Bhojas namens Kamsa versucht haben, den Aufwuchs Krishnas zu verhindern, indem er etliche Kinder hinschlachten ließ.
Dem mythischen König Arthur (Artus) war von Merlin geweissagt, einst würde ihn ein an einem 1. Mai geborenes Kind ablösen. Darum ließ er alle im fraglichen Zeitpunkt geborenen Kindern edler Herkunft, die als Prinzen in Frage kamen, einsammeln und auf ein Schiff verfrachten, daß auf hoher See versenkt wurde. Wie in solchen Geschichten üblich nützte ihm solches Aufbegehren gegen das Schicksal nicht, denn Mordred, der gemeinte, entkam glücklich und wurde aufgezogen.
Wie auch immer, die Kinder von Bethlehem wurden von der Kirche en bloc heiliggesprochen und sind als Gruppe Schutzpatron aller Kinder. Ihr Fest ist der 28. Dezember.
Die Heiligen im Jahreslauf
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September - Oktober - November - Dezember