| Christentum - Heilige | ||
* um Zeitenwende in Jerusalem, dort zwischen 36 und 40 gestorben.
Stephanus (griech. die Krone) gilt als bedeutendster von sieben Diakonen (Luther: Almosenpfleger), die von den Aposteln in Jerusalem zur Anleitung der urchristlichen Gemeinde bestimmt waren (Apostelgeschichte 6,1-7).
Die mitreißende Predigt des Stephanus begeisterte seine Anhänger, wie sie seine Gegner gegen ihn aufbrachte. Diese warfen ihm reden wider Mose und Gott vor und brachten ihn vor den Hohen Rat. Vor diesem jüdischen Religionsgericht hielt er eine Verteidigung des Glaubens (Apostelgeschichte 7,2-53), welche die Juden derart in Wut brachte, daß sie ihn nicht ausreden ließen, zur Stadt herausstießen und steinigten. Beeindruckend dabei die Haltung des Stephanus, der zuletzt betete, seinen Henkern möge ihr Tun nicht als Sünde angerechnet werden (Apostelgeschichte 7,54-8,1).
Als interessantes Detail bemerkt der biblische Bericht noch, daß die Kleider der Zeugen dabei vor den Saulus gelegt wurden (Apostelgeschichte 7,57).
Die Rede des Stephanus gilt als erste Formulierung des universellen Anspruch des Christentums.
Der Steinigung des Erzmärtyrers Stephanus im Jahre 34 war Auftakt zur ersten Christenverfolgung.
In Jerusalem ist nach Stephanus das Stephanstor (Damaskus-Tor) benannt, ein wuchtiger Bau, den Suleiman der Prächtige im Jahre 1537 ausgeführt haben soll und den die Araber Sitti Marjam nennen, wegen der Nähe zur Grabkirche der heiligen Jungfrau Maria. Nach christlicher Überlieferung befand sich hier einst das Tor, durch das Stephanus zur Steinigung aus der Stadt geführt wurde.
Mit der Grablegung des Toten auf dem Acker von Gamaliel durch Nikodemus und Gamaliel begannen die Wunder um den Heiligen Stephanus.
Etwa im Jahre 417 erschien dem Priester Lucianus dreimal der längst verstorbene Gamaliel, würdevoll gekleidet in weißes, goldgesticktes Gewand. Die Erscheinung forderte Lucianus auf, sich um die vergessenen Gebeine des Nikodemus, des Stephanus, seiner selbst und seines Sohnes zu bemühen. Die Grabstelle des Stephanus solle er dabei an einem goldenen Korb mit roten Rosen erkennen, das des Nikodemus und seines an goldenen Körben mit weißen Rosen und das von Gamaliels Sohn an einem silbernen Korb mit Safran. Lucianus ersuchte die Bischöfe von Jerusalem um Beistand und gemeinsam fanden sie die Gräber und überführten die Reliquien in die Zionskirche zu Jerusalem.
Viele Wunder gingen vom Sarkophag des Stephanus aus, der Ruf machte Stephanus, der im Osten seit dem vierten Jahrhundert, im Westen seit dem fünften Jahrhundert verehrt wurde, im Mittelalter mit dem Laurentius zu einem der meistverehrten Heiligen.
Dargestellt wird er als Diakon und mit Steinen, er ist Patron von Rom, der Pferde, der Pferdeknechte, Kutscher, Gerber, Steinhauer, Maurer, Zimmerleute, Weber, Schneider, Böttcher und Küfer. Sein Schutz bewahrt vor Besessenheit, Steinleiden, Seitenstechen und Kopfweh und schließlich sorgt Stephanus für einen guten Tod.
Sein Gedenktag ist in der katholischen und der evangelischen Kirche 26. Dezember, in den orthodoxen Kirchen der 27. Dezember. Am 2. August gedenkt man hier der Überführung seiner Gebeine.
Der Überführung bzw. Ankunft seiner Reliquien gedenken noch weitere regionale Festkalender.
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