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   Christentum - Heilige
 

Agatha von Catania

(Agatha, griech. agathos „gut”, „die Freundliche”) Laut ihrer Legende lebte sie im dritten Jahrhundert in Catania, Insel Sizilien. Weil sie die Werbung des Herrschers von Syrakus ablehnte, soll sie in ein Bordell verschleppt worden sein, danach eingekerkert und gefoltert. Ihre Peiniger schnitten ihr die Brüste ab und brannten ihren Körper mit Fackeln. Wundersamerweise waren ihre Verletzungen einen Tag später verheilt, worauf man sie im Jahre 250 zu Tode folterte.

Im Jahr darauf drohte der Ausbruch des Vulkans Ätna die Stadt Catania zu verschütten. Doch hielten die Bewohner der heranfließenden Lava einen Schleier entgegen, der Agatha gehört hatte, und hielten damit den Glutstrom auf. Das Kleidungsstück wird seit diesem Ereignis in Catania als deren wertvollste Reliquie aufbewahrt.

Gut 50 Jahre später wallfahrte die heilige Lucia mit ihrer Mutter zur Stätte der Agatha, was die von schweren Blutungen heilte.

Agatha gilt daher besonders als Schützerin vor Feuersbrünsten. Krumen von ihr geweihtem Broten, den Agathenbroten, werden von der Landbevölkerung in allen Ecken der Gehöfte verstreut, damit die Gebäude vor Bränden verschont bleiben. Solche Brote verfütterte man auch an das Vieh, um es vor hitzigem Fieber zu bewahren. Weitere Mittel gegen Feuersgefahr sind auch Agathenzettel und Agathenkerzen.

Dargestellt wird sie beim Martyrium, mit den Marterwerkzeugen, dem Einhorn, Fackeln oder brennendem Haus sowie den abgeschnittenen Brüsten auf einem Tablett.

Agathe ist Patronin von Catania. Sie schützt vor Feuersbrünsten, Unwettern und Erdbeben, gegen Hungersnot und allgemein vor Unglück. Ammen, Bergleuten, Webern, Hirtinnen, Glockengießern und Goldschmieden steht sie bei. Angerufen wird sie auch gegen Fieber, Erkrankungen der Brust und Entzündungen.

Ihr Tag ist der 5. Februar.

Deutungen dieser grausamen Legende sehen in dem Bericht vom Abschneiden der Brüste einen Anklang christlicher Zerstörung heidnischer Statuen der Göttin(en). Denen wurden häufig Kopf und Brüste abgeschlagen.
Auf Sizilien herrschte einer der Söhne des griechischen Windgottes Äolus, Agathyrnus, der Gründer der Stadt Agathyrnus (HEDERICH, Gründl. myth. Lex., Sp. 139). Agathalyus („der gutes auflösende”) ist ein Beiname des Pluto (ebd., Sp. 138).

Agathe ist auch Beiname der Schicksalsgöttin Tyche. An ihrer Orakelstätte Trophonios bei Lebadeia erschien sie in Begleitung einer Schlange, Agathodaimon, dem Geist des Orakels. Die Heilige Hochzeit mit dieser Agathe feierten die Könige von Sizilien, ihr Titel war Agathokles, „Ruhm der Agathe” (ähnl. Herakles, „Ruhm der Hera”). Die bestialische Ermordung der Agatha durch den römischen Statthalter in der christlichen Legende wäre demnach eine erhebliche Entstellung des eher bittenden Hochzeitsrituals heidnischer Zeit (WALKER, 14).

 

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