| Christentum - Heilige | ||
(griech. maththias, Geschenk Gottes) Der im ersten Jahrhundert geborene wurde nach dem Ausscheiden des Judas Isharioth per Losentscheid in den Zwölferkreises berufen.
Später wird er nicht weiter erwähnt, weil der Zwölferkreis in der Folge an Bedeutung verlor. (Reclams Bibellexikon, 325)
Missionsreisen führten ihn nach Judäa und ins heidnische Äthiopien. 63n. soll er als Apostel gesteinigt und mit der Axt erschlagen worden sein. Seine Überreste brachte Bischof Agritius als Geschenk der Kaisermutter Helena nach Trier, wo sich Reliquien des Matthias in der St.-Matthias-Kirche in Trier befinden (früher St. Eustachius), ein berühmtes Kopf-Reliquiar wird in S. Maria Maggiore zu Rom verwahrt.
Reiches Brauchtum ist mit der Matthiasnacht verknüpft. Außer der Wallfahrt zu den Reliquien waren und sind Orakel üblich. So soll Efeulaub, das man in der Matthiasnacht in eine Schüssel mit Wasser legt, Krankheit anzeigen, wenn am nächsten Tag eines der Blätter in Auflösung übergeht.
In Hamburg wird seit 1356 das Matthiae-Mahl begangen. Am 24. Februar wurden ehemals die Ratsämter neu verteilt, seither findet das Mahl mit Vertretern von der Hansestadt freundlichen Mächten an diesem Tag statt. Es gilt als weltweit ältestes noch heute begangenes Festmahl.
Als Wetterheiliger läßt Matthias auf das Ende des Winters hoffen:
Mattheis brichts Eis
Matthias ist Schutzpatron der Konditoren, Maurer, Metzger, Schmiede und Schneider sowie der männlichen ABC-Schützen, des Bistums Trier, von Goslar, Hildesheim und Hannover sowie gegen Blattern, Keuchhusten und Unfruchtbarkeit.
Dargestellt wird er mit Buch oder Schriftrolle, Beil, Lanze, Schwert und Steinen.
Sein Tag ist der 24. Februar, der römische Generalkalender verlegte dieses Fest 1969 auf den 14. Mai, besonders in Deutschland behielt der Volksbrauch den hergebrachen Tag bei.
Die Heiligen im Jahreslauf
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September - Oktober - November - Dezember