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| Christentum - Heilige | |
geb. 3. Jh. in Rom, dort gest. 259 oder 304 Jh.
(lat. agnus, Lamm) Eine Märtyrerin.
Wie Ambrosius berichtet soll Agnes im heiratsfähigen Alter den um sie werbenden heidnischen Sohn eines hohen römischen Beamten zurückgewiesen haben, indem sie sich zur Braut Christi erklärte und die Vorzüge ihres Bräutigams rühmte. Der verbinde sie mit dem Ring des Glaubens, kleide sie mit Tugend, zeichne sie mit dem Blut seines Leidens, binde sie an sich mit dem Band seiner Liebe und bereichere sie mit den Schätzen himmlischer Herrlichkeit (de VORAGINE, 86f.). Der Werbende sank liebeskrank aufs Lager, so daß sein Vater sich zur Agnes begab.
Der Präfekt stellte Agnes vor die Wahl, entweder der Göttin Vesta als Tempeljungfrau zu dienen oder aber als Dirne im Bordell zu arbeiten. Agnes weigerte sich und wurde nackt ins Bordell geführt, doch wuchsen ihr wundersam die Haare so lang, daß sie auch ohne Kleidung bedeckt war. Im Bordell erschien ihr der Engel des Herrn, der sie beschützte. Als der vorher werbende Jüngling mit Gewalt zu ihr gehen wollte, wurde er von diesem Engel erwürgt.
Weil Agnes durch ihr Gebet erreichte, daß der Jüngling wieder zum Leben erwachte, forderten die heidnischen Priester, sie als Zauberin zu verbrennen. Der Präfekt, dankbar, daß sein Sohn wiederbelebt wurde, scheute sich, Agnes zu verurteilen und überließ es seinem Stellvertreter Aspasius, die Jungfrau zu richten.
Der ließ sie in ein Feuer werfen, doch teilten sich die Flammen und verbrannten statt der Agnes den umstehenden Pöbel, weshalb Aspasius ihr ein Schwert in die Kehle stoßen ließ und so weihte sie ihr weiß und rot strahlender Bräutigam zu seiner Braut und Märtyrerin (de VORAGINE, 89).
Als Christen freudig ihren Leichnam beerdigten, kam es zu Übergriffen ihrer Mitmenschen und die Halbschwester der Agnes, Emerentiana, genannt die Milchschwester, wurde beim Missionsversuch gesteinigt. Daraufhin ereignete sich ein Erdbeben und Gott ließ Blitze vom Himmel zucken, wobei viele umkommen.
Den am Grab der Toten Eltern wachenden Eltern erschienen am achten Tag ein Chor goldgewandter Junfrauen, in ihrer Mitte die Agnes ihr zu Rechten ein Lamm von reinstem Weiß. Auch der an Lepra erkrankten Tochter Kaiser Konstantins, Konstantia, soll Agnes erschienen sein, als die ihr Grab aufsuchte. Konstantia wurde gesund, ließ sich sogleich taufen und über dem Grab eine Basilika errichten (heute S. Agnese fouri le mura an der Via Nomentana).
Auch einem Priester namens Paulinus, der in der Basilika tätig war, leistete Agnes Beistand. Als den die Lust des Fleisches zwickte und er darum gar den Papst um Erlaubnis bat, sich verehelichen zu dürfen, gab der Heilige Vater dem geplagten Gottesmann einen Smaragdring und trug ihm auf, das Bildnis der hl. Agnes darum zu befragen. Wie der Geistliche das unternahm, streckte das Heiligenbild ihren Ringfinger aus, nahm den Ring und befreite so Paulinus von seinen Gelüsten.
Die Überlieferung vom Martyrium der Agnes gilt als eine der ältesten Heiligengeschichten, nach de Voragine ereignete sich das Martyrium der Agnes zur Regierungszeit Konstantins. Dagegen spricht, daß es zu dessen Zeit keine Christenverfolgungen mehr gegeben hatte.
Bereits 354 soll Agnes am 21. Januar verehrt worden sein.
Dargestellt wird Agnes als von ihrem langem Haar verhülltes Mädchen, mit Lamm und Scheiterhaufen.
Agnes ist Patronin der Gärtner, der Verlobten, der Jungfrauen und der Keuschheit, ihr Tag ist der 21. Januar. An diesem Tag soll es jungen frauen möglich sein, im Spiegel ihren zukünftigen Bräutigam zu erkennen.
Agnes sei eigentlich Tempeldienerin eines orgiastischen Kultes gewesen, wofür Details ihrer Legende wie das Bordell oder der Ring sprechen, da das Aufstecken eines Ringes das Zeichen gewesen sei, mit dem sich Priester der Liebesgöttin zu widmen plegten, etwa bei der Aphrodite Salacia. Wie auch die Maria entstamme Agnes unbefleckten Eltern und schließlich spreche der Aberglaube mit dem Spiegelorakel für diese These. Als Agna, das heilige Lamm, sei die hl. Agnes die jungfräuliche Inkarnation der Schafgöttin Rachel (WALKER 1993, 14f.) und insofern eine der zahllosen Ausprägungen der Großen Mutter.
Weil Agnes ihren Eltern mit einem Lamm erschienen sein soll, gab man ihrem Tag den Schafen besonders reichlich Futter.
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