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| Christentum - Heilige | |
(Antonius von Heraklea) Dieser Einsiedler und Mönchsvater lebte von ~250 bis 356 in Ägypten, er soll 105 Jahre alt geworden sein. Antonius gilt als Begründer der christlichen Einsiedelei, da er mehrere Jahrzehnt in Abgeschiedenheit und Askese lebte. Allerdings belehrte ihn selbst der Legende zufolge ein Traum, Paulus habe schon vor ihm diese Lebensform gewählt (de VORAGINE, 69). Antonius soll auch als erster das Mönchsgewand, die Angelica, getragen haben.
Antonius entsagte im Alter von zwanzig Jahren der Welt, getreu dem Bibelwort Wenn du vollkommen sein willst, so gehe hin, verkaufe alles und gib es den Armen (Markus 19,21, vgl. Franziskus von Assisi), verschenkte alle seine Güter und zog in ein Felsengrab.
Immer wieder wurde in der Einsamkeit seine Standhaftigkeit durch Versuchungen aller Art auf die Probe gestellt, mehrfach von Dämonen heimgesucht, doch behütete ihn Jesus selbst, der seinem Kampf wohlwollend zusah und seinen Namen über die ganze Welt zu verbreiten half. Auch Engel und der Teufel selbst begneten ihm (de VORAGINE, 72f.). Um der im entgegengebrachten Verehrung zu entgehen, floh er sogar ans andere Nilufer, doch auf Drängen der immer mehr werdenden Jünger gründete er eine Einsiedlergemeinde. Das Leben in einer Gemeinschaft setzte er so anstelle des einsam lebenden Menschen und begründete damit die abendländische Mönchsgemeinschaft.
Als Antonius verstorben war und seine Anhänger seine sterblichen Überreste begruben, schauten sie ihren Meister in der Gesellschaft von Engeln.
Der zu Lebzeiten hochgeachtete Weise erhielt bald nach seinem Tod den Titel der Große. Als seine Reliquien* im Mittelalter nach Europa gelangten, setzte eine lebhafte Verehrung ein, die bis weit ins 18. Jahrhundert anhielt. So wurde er zu den Nothelfern gerechnet und ist einer der Vier heiligen Marschälle des Rheinlandes.
Die Vita des Antonius wurde in der Mönchszelle des nach Trier verbannten Athanasius aufgefunden. Athanasius war Freund des Antonius und gilt auch als Verfasser dieser Lebensbeschreibung.
Auf Antonius berufen sich der Antoniterorden und der Antonius-Ritter-Orden.
Einer seiner Schüler war Hilarion von Gaza. Er begrub den hl. Paulus von Theben, wobei ihm zwei Löwen geholfen haben sollen.
Dargestellt wird Antonius als greiser Einsiedler, mit Stab, Buch, Dämon bzw. Teufel, Glocken, Schwein, mit dem Antonius-Kreuz (T-Kreuz).
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Von Antonius heißt es, daß er diejenigen, die diesen Patron gegen Feuer nicht richtig verehren, mit dem St.-Antonius-Feuer strafe. (HABIGER-TUCZAY, 214)
In Tirol wird Antonius, um eine Verwechslung mit Antonius von Padua zu vermeiden, auch Fackentoni genannt (=Ferkeltoni, in Hinblick auf das Schwein).
Eine Statue des hl. Antonius befindet sich in der geheimnisvollen Kirche Rennes-le-Château in den Pyrenäen. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 131)
* Eine dieser Reliquien ist ein vorgeblicher Arm des Antonius. Otto von CORVIN, ein heftiger Gegner des Papsttums und der Reliquiengläubigkeit, hatte an diesem Arm sein besonders Vergnügen, habe sich dieser doch als eingetrocknete Brunftrute eines Hirsches herausgestellt (Pfaffenspiegel, 85).
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