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 Christentum - Heilige und Selige
 
 

Andreas (Anderl) von Rinn

„Andreas von Rinn, sel., Mart., *16.11.1459 als einfacher Landleute Kind; im Alter von 3 Jahren von Juden seinen Eltern und in der Nähe des Dorfes Rinn bei Hall in Tirol [Österreich] am 12.07.1462 angeblich zu ritualistischen Zwecken gemartert. Ist von Benedikt XIV. (1740-1758) unter die Seligen aufgenommen, in Nordtirol hoch verehrt, seine Reliquien von Wallfahrern häufig besucht. Fest 12. Juli.” (M. Buchberger (Hg.), Kirchliches Handlexikon, Bd. 1, München 1907, 214).

1475 wurden die Gebeine Anderls erhoben und in die Pfarrkirche von Rinn übertragen, Benedikt XIV. gab 1753 für die Diözese Brixen, zu der Rinn damals gehörte, Erlaubnis zum Kult.
Volkstümlich war Anderl durch allerlei Volksschauspiele auf Grundlage einer 1620 von Hippolyt Guarinoni verfaßten Lebensgeschichte des Knaben (SCHAUBER, 192f.).

Der Kult um den Jungen ist seit einiger Zeit umstritten, da er wegen des angeblichen Ritualmordes der Judenfeindschaft Vorschub leiste und es auch keinerlei Belege für eine solche Untat gebe. Man ließ daher die verehrte Figur des ermordeten Kleinkindes aus der Kirche von Rinn entfernen, seit 1995 ist der Kult des Andreas von Rinn seitens der Katholischen Kirche sistiert (abgeschafft), er also aus der Liste der Heiligen und Seligen gestrichen.

Dargestellt wird Andreas von Rinn als kleiner Junge, mit der Palme der Märtyrer, mit Messer und bei seiner Ermordung (SCHAUBER, 193).

Sein Tag ist der 12. Juli.

 

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