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| Christentum - Heilige | |
Ein Bischof und Märtyrer, je nach Quelle Begleiter des Apostels Paulus oder Wirkungszeit um 200.
Die ihn älter einstufende Überlieferung will, daß Apollinaris der erste Bischof von Ravenna war und im Jahre 75 das Martyrium erlitten habe. Paulus selbst habe ihn in die norditalienische Stadt gesandt. Nach der anderen Überlieferung wirkte Apollinaris um das Jahr 200 in Ravenna — immerhin sind sich beide Versionen darin einig, daß Apollinaris erster Bischof von Ravenna war und im Rahmen einer Christenverfolgung zum Märtyrer wurde. Er soll mit einer Keule erschlagen worden sein.
Eine kultische Verehrung des Bischofs fand schon im frühen Mittelalter statt. Bereits 534 begann man in Classe, dem Hafen Ravennes, über seiner Grabstätte mit der Errichtung einer Basilika, S. Apollinaire in Classe. 595 wurden die sterblichen Überreste des Heiligen unter dem Hauptaltar des Gotteshauses bestattet.
Nach dem Sieg des römischen Glaubens über den Arianismus wurde 560 die arianische Hofkirche katholisch geweiht und erhielt auch den Namen Apollinaris, S. Apollinaire Nouvo.
Später sollen Reliquien des Bischofs auch nach Deutschland gekommen sein, 1164 habe man sie nach Remagen gebracht. Dort wird eine am Rhein gelegene Erhebung, welche bis dahin den Namen Martinsberg trug, seither Apollinarisberg genannt. Seit dem vierzehnten Jahrhundert wurde der Berg ein vielbesuchter Wallfahrtsort, dem Heiligen wird hier die Behandlung der Gicht nachgesagt.
Wer an Epilepsie leidet, soll sich mit dem Haupt des Heiligen berühren lassen. Um den Heiligen gnädig zu stimmen brachten die Patienten ehedem so viele Ähren an den Wallfahrtsort, wie sie selbst an Gewicht auf die Waage brachten.
Auch in Franken genießt Apollinaris Verehrung, dort ist er Fürbitter gegen Steinleiden. (n. WREDE, Handwörterbuch I, 550)
Ob die im Hochgrab in der Krypta der Remagener Wallfahrtskirche (Apollinariskirche, zuvor Martinskirche) verwahrten Gebeine allerdings tatsächlich von Ravennas erstem Bischof stammen ist zweifelhaft, denn im Jahre 1173, neun Jahre nach der angeblichen Verschickung, sollen sie in Ravenna noch unversehrt aufgefunden sein. Möglicherweise handelt es sich daher um eine Verwechslung mit einem anderen Heiligen gleichen Namens.
Apollinaris wird als Bischof in weißem Gewand mit schwarzen Kreuz dargestellt, mit der Keule seines Martyriums und mit Ähren, denn ihm wird die Abwehr einer Hungersnot zugeschrieben. Er ist Patron von Ravenna, Remagen und Düsseldorf, er wird gegen Steinleiden, Epilepsie und Gicht angerufen. (SCHAUBER, 208)
Sein Tag ist der 23. Juli.
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