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 Christentum - Heilige
 
 

Martha von Bethanien

(gr. martha, „Herrin”, hebr. marah, „bitter”) Ihre Eltern waren Syrus, Befehlshaber von Syrien und Eucharia. Mit ihrer Schwester Maria Magdalena gehörten Martha aus mütterlichem Erbe die Städte Magdalum am Westufer des Sees Genezareth, die beiden Bethanien und ein Teil Jerusalems. Sie ist Schwester des Lazarus.
Martha war die Gastgeberin („Hospita”) Jesu, als der zu Gast in Bethanien weilte.

Martha soll mit der blutflüssigen Frau identisch sein, die durch Jesus geheilt wurde, indem sie heimlich seinen Rock berührte (Markus 5,25-34). Sie soll danach eine Bildsäule Jesu errichtet haben, die später Kaiser Julian („Apostatus”) zerstören und durch eine andere, die ihn selbst zeigte, austauschte. Dieses Bild wurde allerdings durch Blitzschlag zerstört (Voragine, 264).

Nach Jesu Himmelfahrt wurde sie mit vielen anderen von dessen Anhängern auf ein Schiff ihn Führer und Steuer gebracht und trieb ziellos über das Mittelmeer. Das Schiff strandete bei Marseille, Südfrankreich (bzw. St.-Maries-de-la-Mer). In der Gegend von Aix predigte Martha und erlangte hohes Ansehen, besonders, als sie den Drachen Tarasconus (Tarasque) überwand.

Das Untier war größer als ein Stier, hatte Zähne wie Schwerter und war schuppig gepanzert. Schiffer, welche die Rhone befuhren, wurden von diesem aus Galatien, Kleinasien stammende Drachen, der vom Leviathan und vom Onachus, einem Sproß der Erde, herkam, aufgefressen. Martha besänftigte den Drachen mit Weihwasser und Kreuz und band ihn mit ihrem Gürtel, so daß er vom Volk bequem mit Lanzen erlegt werden konnte.

Nach diesem Ereignis heißt der Ort des Geschehens heute Tarascon, zuvor war sein Name Nerluc, schwarzer Ort. Hier blieb Martha, führte ein enthaltsames Leben (Verzicht auf Fleisch, Eier, Käse und Wein), dabei betend und predigend. Einen Jüngling, der sie hören wollte und auf dem Weg zu ihr in der Rhone ertrank, erweckte sie zum Leben.

Vom Tod ihrer Schwester Maria Magdalena erfuhr Martha in einer Vision, in der die Seele ihrer Schwester von Engelschören in den Himmel hinaufgeleitet wurde. Kurz darau starb sie selbst unter heiligsten Umständen. Sie beschloß kurz vor ihrem Ende, bis zu ihrem Tode zu wachen. Dabei wehrte sie böse Geister ab und starb, als aus dem Lukas-Evangelium das Wort „Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist” verlesen wurde (Lukas 23,46).

Dem hl. Fronto begegnete im Traum zeitgleich Jesus Christus und brachte ihn schlafend nach Tarascon, wo der Bischof Fronto die Martha beerdigte und schlafend zurückkehrte. Zahlreiche Wunder ereigneten sich am Grab, von denen Marthas Dienerin, Martilla, berichtete ehe sie zehn Jahre später selbst verstarb.

Dargestellt wird Martha als Hausfrau mit Löffel oder mit dem Drachen, mit Weihwasser, Salböl und Schlüsseln sowie mit Buch und Rosenkranz.

Sie ist Patronin der Hausfrauen und Hausangestellten, der Gastwirte, der Bildhauer und der Sterbenden, angerufen wird sie auch gegen Blutfluß.

Marthas Tag ist der 29. Juli.

 

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