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 Christentum - Heilige
 
 

Thomas

(aram. teoma, „Zwilling”) Ein Apostel und Mitglied des Zwölferkreises, der vor seiner Berufung als Fischer am See Genezareth tätig war.

Weil er nach der Auferstehung Jesu dessen Wiederkunft zunächst bezweifelte, ist er als „Ungläubiger Thomas” sprichwörtlich geworden (Johannes 11,16 und 21,2). Endlich doch überzeugt („mein Herr und mein Gott”, Johannes 20,24-29) begab er sich auf Missionsreise und soll bis Persien und Indien gelangt sein, wo er bei Madras den Tod gefunden habe. Diese Reisen werden in den Thomasakten beschrieben, die dem gnostischen Schrifttum zugerechnet werden.

Dem Thomas zugeschrieben wird das außerkanonische Thomasevangelium, ein Text, der die Aussprüche eines Lehrers Jeschua sammelt und somit eine Art Vorlesungsmitschrift darstellt. Das Thomasevangelium erfreut sich bei vielen Esoterikern, besonders aber bei Gnostikern früher wie heute einiger Beliebtheit, dient aber auch Christen der Erforschung ihres Glaubens abseits der Theologie des Paulus.
Der Text, überschrieben mit „Dies sind die verborgenen Worte, die der lebendige Jesus wirklich sprach und Judas der Zwilling (Thomas) hat sie aufgeschrieben”, ist in koptischer Sprache überliefert und soll eine Übersetzung aus dem Aramäischen sein, der Sprache, die auch Jesus gesprochen haben soll.

Auf dem Ort seines Todes, noch heute „Großer Thomasberg” genannt, wurde 1547 eine Kirche erbaut. Sie krönt ein steinernes Thomas-Kreuz, das aus dem 7. Jahrhundert stammen soll. Reliquien gelangten bereits im 3. Jahrhundert nach Edessa in der Türkei und viel später nach Ortona in den Abruzzen / Italien, wohin auch heute noch Wallfahrten führen.

Einer Legende zufolge soll Thomas, der Zwilling, die gleichen Gesichtszüge wie Jesus gehabt haben. Seine Stätte in Edessa war zuvor ein Heiligtum des mesopotamischen Tammuz. Der „Unglaube” des Thomas wird demnach aus der Rivalität der alten Auferstehungsgottheit mit dem neuen Glauben an den Erlöser Jesus interpretiert (WALKER (1993), 1087f.).

Eine weitere Legende weiß von dem Gürtel, den die Maria bei ihrer Fahrt in den Himmel hinabfallen gelassen haben soll und der von Thomas aufgenommen worden sei. Das Stück wird als Reliquie im Kloster Vatopedi in der Mönchsrepublik Athos verwahrt.

Dargestellt wird Thomas als Apostel, mit Schwert, Lanze oder Steinen, den „Werkzeugen” seines Martyriums, mit Winkelmaß, Herz und Kelch sowie in der Szene, wie er als „ungläubiger Thomas” die Auferstehung Jesu bezweifelt.

Er ist Patron von Ostindien, Goa, Portugal und dem Kirchenstaat, der Städte Parma, Riga und Urbino, etlicher Baugewerke und der Theologen. Er hilft bei schmerzendem Rücken und man bittet ihn um eine gute Heirat.

Sein Tag ist der 3. Juli, den Tag der Überführung seiner Gebeine nach Edessa / Türkei, bis 1969 war es der 21. Dezember, der Tag wurde aber als zu nahe am Weihnachtsfest angesehen.

 

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