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 Christentum - Heilige
 
 

Saulus / Paulus

* um 10 v. Chr. in Tarsus (heute Türkei)
† um 65 in Rom

(lat. paulus, „der Kleine”; Paulus war sein Name bei den Griechen) Der junge Saulus, Sohn jüdischer Eltern, wurde zunächst wie sein Vater Zeltteppichweber. Er genoß eine gute Ausbildung (er war bester Schüler des Rabbis Gamaliel) und wurde zum hochgebildeten Mann.

Energisch ging er gegen den neuen Christenglauben vor und wirkte an der Steinigung des Stephanus bei Jerusalem mit. So erhielt er den Auftrag, eine Christenverfolgung in Damaskus durchzuführen. Rüstig brach er auf, doch auf dem Weg hatte er eine Erscheinung und war bekehrt (Apostelgeschichte 9).

Überwältigt von dieser Erscheinung wechselte er seine Aufgabe, wurde „vom Saulus zum Paulus” und wirkte von nun an als Apostel in Jesu Namen. Darin war er so erfolgreich, daß man ihn den „Völkerapostel” nennt.

Er wirkte auch mehrere Wunder, beispielsweise erweckte er in Troas den toten Eutychus wieder zum Leben. Der erste Korintherbrief des Neuen Testaments berichtet von Paulus als begabten Zungenredner (1. Korinther 14).

In Korinth gründete er 50 n. die erste Christengemeinde auf griechischem Boden.

Über die Art der Bekehrung war Paulus mit Petrus uneins darüber, ob Heiden erst Juden werden müßten bzw. deren Gesetze einhalten, wie Petrus meinte, obwohl ein Traumgesicht ihm etwas anderes mitgeteilt hatte, oder ob, nach Meinung des Paulus, allein der Glaube an Christus genüge. Wie Paulus schrieb, konnte er den Petrus in Antiochien von seiner Ansicht überzeugen. Fortan war Petrus für die Bekehrung der Juden, Paulus für die der Heiden zuständig.

Um 61 gelangte Paulus nach Rom. Dort soll er auch den Petrus getroffen haben.

Zur Regierungszeit Neros wurde er zum Tode verurteilt und enthauptet. Über seiner Grabstätte enstand später S. Paulo fuori le mura.

Dargestellt wird Paulus als Apostel, mit Buch, Schwert und drei Quellen. Diese sollen an der Stelle, auf die bei seiner Hinrichtung sein Kopf fiel, entsprungen sein.
Die Verbreitung der Ölbaum-Symbolik soll mit den Missionsreisen des Paulus einhergehen (Deißmann 1911, nach HEDIN, 38).

Paulus ist Patron der katholischen Presse, der Theologen und Seelsorger. Weiter der Arbeiterinnen, Sattler, Weber, Teppichweber und Korbmacher. Er hilft bei Ohrenkrankheiten und Schlangenbiß und gegen Angst, sorgt für Regen und fruchtbare Felder.

Sein Tag ist gemeinsam mit Petrus der 29. Juni (Peter und Paul).

 

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