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 Christentum - Heilige
 
 

Petrus

* um Chr. Geb. in Bethsaida, Galiläa
† zwischen 64 und 67 in Rom

Als Simon geboren übte Petrus zunächst am See Genezareth den Beruf des Fischers aus. Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas, einem Anhänger Johannes des Täufers, wurde er von Jesus zum Jünger berufen und erhielt den Namen Kephas (griech. petra, „Fels”):

„Du bist Petrus, der Fels, und auf
diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.”
(Mt 16,18, ähnl. Joh 1,42)

Auch wenn Petrus zunächst nicht unbedingt felsenfest war — Jesus prophezeite ihm, Petrus werde ihn nach seiner Festnahme gleich dreimal verleugnen, ehe der Hahn krähe, mühte er sich bei der Verhaftung Jesu in Gethsemane doch um seinen Meister, als er mit dem Schwert gegen Malchus vorging (Johannes 18,10), was Jesus jedoch unterband.

Petrus unternahm Missionsreisen nach Antiochia und Kleinasien und nahm unter den Aposteln schon bald eine herausragende Stellung ein. Er reiste auch nach Rom, wo er eine Gemeinde gründen wollte. Dort soll er auch mit Paulus zusammengetroffen sein, den Linus zu seinem Nachfolger bestimmt hatte und er soll mit dem Zauberer Simon Magus gerungen haben.

Bei Kaiser Neros Christenverfolgung infolge des Brand Roms wurde er gefangengesetzt und zum Kreuzestod verurteilt. Aus Demut soll er gebeten haben, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden.

Insgesamt soll Petrus 24 Jahre, 5 Monate und 10 Tage in Rom Bischof gewesen sein. Allerdings wird auch angezweifelt, daß Petrus jemals in Rom gewesen ist. Denn von einer Reise Petri werde in der Apostelgeschichte nichts erwähnt. (CORVIN, 124f.) Auch Paulus erwähnt in seinen in Rom verfaßten Briefen von einem Bischof Petrus nichts.

Unter dem heutigen Petersdom soll sich seine Grabstätte befinden (siehe das Jesuswort). Sein Kopf wird in der Laterankirche zu Rom verwahrt. Auf Petrus berufen sich die Päpste, die sich als Stellvertreter Christi in der apostolischen Nachfolge Petri sehen.

Petrus soll einmal einen Schellfisch angefaßt haben, vom Abdruck seines Daumen rühre der schwarze Fleck auf der Rückenflosse des Fisches (KUHN u. SCHWARTZ, S. 346).

Im Jahre 458 soll Petrus dem Papst Leo I. erschienen sein und dem das Pallium überreicht haben.

Dargestellt wird Petrus als Apostel und Papst, mit Schlüssel, Stab und Buch oder Schriftrolle, mit einem Fisch, Kreuz und Hahn, wie er mit seinem Stab Wasser aus einem Stein schlägt und in gemeinsamer Kerkerhaft mit dem Paulus.

Petrus ist Patron der Päpste, der Diözese Minden, der Metzger, der Schiffer und Schiffbrüchigen, der Fischer, Fischhändler und Netzmacher, der Tuchweber, der Schreiner, Glaser, Walker, Maurer, Töpfer, Bleigießer und Schmiede, der Beichtenden und der Jungfrauen.
Angerufen wird er bei Schlangenbissen, Tollwut, Fieber und Besessenheit sowie gegen Diebstahl.

Petrus gilt auch als Wetterherr, der um gutes Wetter angerufen wird. Bei Donner sagt man „Petrus und die Engel schieben Kegel”. Dieses ist nach A. KUHN ein Beispiel für den Übergang mancher Eigenschaften des germanischen Donnergottes Donar auf christliche Heilige (Norddt. Märchen, Sagen und Gebräuche Vorwort XXVI).
Angler, die „Petri-Jünger”, grüßen sich in Erinnerung an den erlernten Beruf des Menschenfischers mit „Petri Heil”.

Sein Tag ist, gemeinsam mit dem des Paulus, der 29. Juni (Peter und Paul).

 

Der 21. Februar wird „Petri Stuhlfeier” genannt. Petrus soll den Sohn des Statthalters, welcher ihn ins Gefängnis geworfen hatte, vom Tode zum Leben erweckt haben. Zum Dank wurde er auf einen hohen Stuhl gesetzt.

 
 

Bibelzitate soweit nicht anders vermerkt nach: Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers, 1912, Württembergische Bibelanstalt Stuttgart 1961.

 

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