Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Christentum - Heilige
 
 

Johannes Nepomuk

(v. hebr. Johanan, „Jahwe ist gnädig” und Pomuk, ein Ort bei Pilsen in Böhmen (heute Nepomuk, Tschechische Republik; Nepomuk = einer aus Pomuk (tschech.)); häufig nur Nepomuk genannt) Ein Generalvikar, der im 14. Jahrhundert im Erzbistum Prag wirkte. Um 1350 kam Johannes in Pomuk in Böhmen als Sohn eines Richters namens Welfin zur Welt. 1370 trat er als Kleriker in den Dienst des Erzbistums Prag, wo er als Notar am erzbischöflichen Gericht tätig war. An der Universität zu Prag studierte er Kirchenrecht, in Padua (Italien) promovierte er im Fach Kirchenrecht.

1389 wurde Johannes Nepomuk Generalvikar des Erzbischofs Johann von Jenzenstein. Durch dieses Amt wurde er in den Konflikt zwischen dem Erzbischof und dem böhmischen König Wenzel IV. hineingezogen.

Nepomuk als Brückenheiliger. Karlsbrücke Prag. Aufn. R. ZOMPRO, März 2008.
Nepomuk als Brückenheiliger. Karlsbrücke Prag. Aufn. R. ZOMPRO, März 2008.

 
Am 20. März 1393 ließ der König ihn nebst zweier weiterer Geistlicher (N. Puchnik und W. Knobloch) festnehmen und in der Moldau ertränken. In der fast ein halbes Jahrhundert nach diesem Ereignis verfaßten Kaiserchronik heißt es, Johannes Nepomuk habe sich auch unter der Folter geweigert, die geheimen Beichtgeständnisse der Königin Johanna dem König zu verraten, welcher dieser dringend erfahren wollte. Johannes Nepomuk gilt daher als „Märtyrer heiligen Schweigens” und Schutzpatron des Beichtgeheimnisses — allerdings ist strittig, ob Johannes Nepomuk überhaupt Beichtvater der Königin gewesen ist.. Historischer soll die Begründung für Nepomuks Martyrium gewesen sein, dieser habe sich den Einmischungsversuchen des Königs in kirchliche Angelegenheiten widersetzt. Wenzel IV. wollte nämlich an der Spitze des reichen Klosters Kladrau (Kladrubys) bei Stribro einen seiner Vertrauten wissen und suchte daher auf die anstehende Wahl des Abtes Einfluß zu nehmen. Erzbischof Johann von Jenzenstein wollte daher im geheimen seinen Kandidaten wählen lassen und sandte in dieser Mission seinen Generalvikaren Johannes Nepomuk zum Kloster. Der König, ein zum Jähzorn neigender Mann, war darob erbost und ließ den bischöflichen Boten dafür wie erwähnt ertränken.

Schon um 1600 wurde Johannes Nepomuk in Böhmen als Landesheiliger verehrt, mit dem böhmischen Adel fand der Kult auch an anderen Orten Europas Verbreitung.

Nepomuk mit Sternen. Prag. Aufn. R. ZOMPRO, März 2008.
Nepomuk mit Sternen. Prag. Aufn. R. ZOMPRO, März 2008.

 
Seine Grabstätte im Veitsdom zu Prag wurde schon bald Wallfahrtsort, 1693 wurde eine Statue des Priesters auf der Karlsbrücke aufgestellt, der Legende nach an dem Ort, wo Johannes Nepomuk sein Leben ließ. Sechs Sterne sollen seinerzeit als Lichtkranz den Leichnam des Märtyrers angezeigt haben. Nachahmungen dieser Figur wurden sehr beliebt. 1719 öffnete man das Grab des Verblichenen und fand darin dessen Zunge in unverwestem Zustand vor. 1729 wurde Johannes Nepomuk heiliggesprochen.

Johannes Nepomuk wird auf verschiedene Weise darstellt, sehr häufig sind Statuen dieses Heiligen an Brücken, deren Patron er ist. Oft sieht man ihn mit einem Finger am Munde, was auf das Beichtgeheimnis hindeutet, dazu mit Kruzifix und der Palme des Märtyrers. Auch erwähnte Sterne finden sich, um das Haupt des Heiligen gruppiert, außerdem Brücke und Fluß. Noch andere Darstellungen zeigen Johannes Nepomok, wie er gerade der Königin die Beichte abnimmt.

Besonders bekannt ist Johannes Nepomuk als Brückenheiliger. Außerdem ist er Patron von Böhmen, der Priester und Beichtväter, der Schiffer und der Flößer und der Müller. Er schützt vor Verleumdung, hilft bei der Wahrung des guten Rufes, verhilft zu Verschwiegenheit und Haltung des Beichtgeheimnisses und steht gegen Wassergefahren bei, zudem schützt er das Eigentum. Weiter ist er zweiter Patron des Jesuitenordens und Patron des Hauses Habsburg. (SCHAUBER, 127)

Sein Tag ist der 16. Mai.

 

Die Heiligen im Jahreslauf
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September - Oktober - November - Dezember