Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Christentum - Heilige
 
 

Konstantin I. (der Große)

* um 288 in Naissus, heute Nis, Serbien
† 22. Mai 337 in Ankyron, heute Hereke bei Izmit

Der auch als Konstantin I. bekannte Flavius Valerius Constantinus war von 306 bis 337 römischer Kaiser, geboren ist er als Sohn des Constantinus Chlorus und der Flavia Helena, die sich früh dem Christentum zuwandte und sich bei ihrem Sohn beständig für den Glauben einsetzte.

306 rief ihn das Heer zum Kaiser aus, im Folgejahr bestätigte ihn Maximian, der Mitkaiser des Diokletian war, im Amt. Dabei half er Konstantin gegen den Augustus von Italien, Maxentinus, den Konstantin 312 bei der Milvischen Brücke bei Rom besiegte. Der Legende nach soll ihm dabei vor der Schlacht ein Zeichen bedeutet haben, mit Hilfe eines Kreuzeszeichens zu siegen. Konstantin ließ seine Soldaten daraufhin ein solches Kreuz an die Rüstung heften und siegte. Christlicher Überlieferung zufolge handelte es sich bei dem Zeichen um das Kreuz Christi.

Für das Christentum wurde Konstantin von enormer Bedeutung. 313 wies das Mailänder Edikt den Weg zur Gleichstellung des Christentums mit anderen, meist heidnischen Religionen.

Die von germanischen Stämmen bedrohten Grenzen des Reiches sicherte Konstantin, indem er 328 die Franken, 332 die Goten als Verbündete gewann, die fortan die Kampfkraft seiner Truppen beträchtlich erhöhten. Dennoch mußte 335 der Limes aufgegeben werden.

In seiner inneren Staatsführung ließ Konstantin ganz an das imperiale Kaisertum anknüpfen. Seine Söhne machte er zu Cäsaren und führte so die Erbmonarchie wieder ein, er selbst ließ sich mit Pomp verherrlichen, einzig kultische Opfer lehnte er ab. Ansonsten hielt Konstantin sich an bewährte politische Leitlinien Diokletians.

Zunehmend schwand Konstantins religiöse Toleranz, bzw. er verfolgte entschlossen eigene Vorstellungen. 321 führte er den dies solis, den „Tag der Sonne”, als offiziellen Staatsfeiertag ein, bis heute unser Sonntag, ab 330 ging er gegen heidnische Kulte vor, wobei er Rom mit seinen zahlreichen machtvollen Priesterkollegien vorerst unangetastet ließ. Natürlich war auch der dort besonders gepflegte Kaiserkult im Sinne des Herrschers.

Für die Kirchengeschichte wurde das 325 von Konstantin einberufene Konzil zu Nicäa bedeutsam. Dazu suchte Konstantin 318 Bischöfe aus, welche allgemeinverbindliche christliche Glaubenssätze festlegen sollten. Die 318 Bischöfe beschlossen — wohl auch auf Druck des Kaisers, dem trotz seiner Anhängerschaft zum Mithras-Kult der Rang eines 319. Bischofs zuerkannt wurde — bei diesem Konzil die Wesenseinheit (Homousia) Gottes mit Jesus Christus. Diese Lehre wurde durch kaiserliches Gesetz zum Dogma, das zu glauben dem Christen Pflicht ist.

Für das Christentum machte Konstantin sich als Baumeister verdient. Er ließ u. a. den Petersdom in Rom und 330 die Grabeskirche in Jerusalem über das 326 vorgeblich dank seiner göttlichen Inspiration entdeckte Grab Christi errichten, andere Bauten stehen in Trier. Besonders kümmerte er sich um Byzanz, seine Residenz und seit 330 Hauptstadt des Reiches, das später als Konstantinopel Haupstadt des Reiches von Byzanz war und heute als Istanbul eine Brücke zwischen Europa und Kleinasien bildet.

Auf dem Totenbett ließ Konstantin sich schließlich taufen.

In der armenischen, griechischen und russischen Kirche gilt Konstantin als Heiliger. Sein Gedenktag ist der 21. Mai.

 

Konstantinische Schenkung

Diese angebliche „Schenkung” beruht auf einer gefälschten Schenkungsurkunde, dernach Konstantin dem Papst Silvester I. den Vorrang Roms über alle anderen Kirchen zubilligte und ihm nicht nur Rom und Italien, sondern gleich das ganze weströmische Reich übereignet haben soll.

Das Schriftstück gilt als Fälschung, die zwischen 752 und 806 in Rom angefertigt worden sein soll. Im Mittelalter war diese falsche Urkunde wichtiges Werkzeug der Päpste, ihre Stellung gegenüber dem Kaiser und weltlichen Fürsten zu stärken.

Bereits 1440 entlarvte der Humanist L. Valle das schon zuvor verdächtigte Dokument unwiderlegt als Fälschung.

 

Konstantin und das 6. und 7. Buch Mose

Eine um 1800 in Darmstadt entstandene Handschrift behauptet, das Original des Sechsten und siebenten Buches Mose sei 330 von Konstantin nach Rom gebracht und Papst Silvester übergeben worden, seither hüte der Vatikan es als sein Geheimnis. (DAXELMÜLLER, 265)

Die Heiligen im Jahreslauf
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September - Oktober - November - Dezember