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| Christentum - Heilige | |
(geb. um 1094 in Armagh, Nordirland, gest. 1. o. 2. November 1148 in Clairvaux; auch Maol; irisch Malmedoic O’Morgar, besser: Maelmaedhog Ua Morgair, BIEDERMANN, 286) Der Erzbischof von Armagh bemühte sich um eine enge Verbindung der irischen Kirche mit Rom. In diesem Sinne führte er in Irland die römische Liturgie ein.
1119 wurde Malachias zum Priester geweiht, schon vier Jahre später, 1123, wurde er Bischof von Connor im Norden Irlands. Der Erzbischof Cellach bestimmte Malachias 1129 zu seinem Nachfolger als Erzbischof von Armagh. Allerdings war die Einsetzung des Malachias in dieses Amt umstritten. 1136 wich Malachias vor dem Druck der Opposition, stellte sein Amt zur Verfügung und wurde Bischof des ebenfalls in Nordirland liegenden Down.
Papst Kalixt II. ernannte ihn 1139 zum römischen Legaten für Irland. In dieser Position trat Malachias für den Orden der Zisterzienser ein, die er in Rom durch Bernhard von Clairvaux kennengelernt hatte. Ebenso zeigte er sich von den Augustiner-Chorherren angetan.
1148 führte in eine zweite Reise zum Papst nach Rom. Unterwegs erkrankte Malachias jedoch, am 1. oder 2. November 1148 verstarb er im Kloster von Clairvaux, wie es heißt, in den Armen des hl. Bernhard, der auch eine Biographie des Malachias verfaßte. In Clairvaux fanden die sterblichen Überreste des Legaten ihre letzte Ruhestätte.
Heiliggesprochen wurde Malachias am 6. Juli 1190. Um eine Überlagerung seines Festes mit Allerheiligen und Allerseelen zu vermeiden, legte man den Tag des Malachias nicht auf seinen Todestag sondern auf den 3. November.
Dem Malachias ist eine Weissagung zugeschrieben, welche die zukünftigen Päpste beginnend mit Coelestin II. bis zu deren letzten Amtsinhaber enthüllen soll. Jeder der Päpste ist mit mehr oder weniger unklaren, in jedem Falle aber in verschiedenster Weise ausdeutbaren Sätzen charakterisiert, die eine nachmalige Überprüfung der Weissagung anhand der Geschichte ähnlich schwierig machen wie eine Feststellung des Wahrheitsgehaltes der Worte des Sehers Nostradamus. Die Papstweissagung des Malachias gilt aber ohnehin als ein Phantasieprodukt, das im Jahre 1590 entstanden sein soll.
Das bliebe zu hoffen, denn nach der Prophezeiung des Malachias ist Petrus Romanus (Petrus der Römer) der letzte der Päpste. Während seiner Amtszeit soll Rom zerstört werden und ein fürchterlicher Richter über das Volk urteilen. Nach Anzahl der von Malichias geweissagten Päpste wäre der gegenwärtige (2005) Papst Benedikt XVI. der vorletzte Papst, nach ihm käme nurmehr ein Petrus Romanus.
Schon in früheren Jahrhunderten war die Unechtheit der Malachiaschen Prophezeiungen aber erkannt worden.
In Zedlers Lexikon (19/1739, Sp. 690 heißt es: Gemeiniglich werden ihm auch die Prophezyungen von den Characteribus der Päbste zugeschrieben, welche in Arnold Wion, ligno vitae, mit des Ciacconii Erklärung zu sehen sind. Es ist aber schon vorlängst gestritten worden, ob ihm selbige zukomme oder nicht...sind auch selbige bisweilen sehr gezwungenund schwerlich auszulegen. Nach Benedict XIII. sollen, nach Aussage dieser Prophezeyungen, noch 4 Päbste regieren, alsdann wird Peter II. ein Römer, in viekerley Trübsal seine Heerde weiden, Rom zerstöret werden, und der grosse Richter selbst sich seines Volckes anehmen. Es halten aber die Gelehrtesten dafür, daß diese Vaticinia erst bey der Wahl Gregor XIV. im Jahr 1590 von den Anhängern dieses Pabsts geschmiedet worden. (zit. n. BIEDERMANN, 286f.)
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