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| Christentum - Heilige | |
(griech. Aikaterina, nach katharos, rein) Ihrer Legende, Bestandteil der Legenda aurea des Jacobus a Voragine, zufolge lebte sie im 4. Jahrhundert im ägyptischen Alexandria als Tochter des Königs Costus. Jacobus erklärt ihren Namen als von katha, gänzlich und ruina, Sturz, nach seiner Auslegung der völlige Sturz des Teufels und seines Lügengebäudes durch die Kraft der Katharina. Wegen ihres enormen Reichtums und ihrer erlesenen Schönheit sollte sie zur Frau des Kaisers Maxentius (oder Maximinus) werden.
Als sie einem christlichen Eremiten begegnete, überzeugte der sie, daß ihr wahrer Bräutigam Jesus Christus sei und Katharina ließ sich taufen. In der Folge setzte sie sich wortgewandt für ihren neuen Glauben ein und schmähte bei einem öffentlichen Opferfest, bei dem auch der Kaiser zugegen war, die heidnischen Götter als Irrtum und Abgötter.
Weil sie so wohlgesetzte Worte zu sprechen wußte, lud sie der Kaiser an seinen Hof, wo sie mit 50 Gelehrten über den Glauben disputieren sollte. Katharina entschied diese Redeschlacht trotz ihrer Jugend durch überzeugende Argumentation für sich, es heißt sogar, alle Gelehrten hätten sich gleich selbst taufen lassen.
Diese wurden daraufhin allesamt getötet, Katharina selbst aber widerstand allen Versuchen, sie zu taufen, indem die bei der Marter empfangenen Wunden wunderbarerweise sofort verheilten. Ihren empfangenen Wunden entströmte anstatt rotem Blut weiße Milch.
Das Instrument der Hinrichtung, ein brennendes Rad, zerbrach, als es von einem Blitz getroffen wurde und im Kerker besuchte sie eine Taube, die ihr Trank und Speise brachte, außerdem wurde sie von einem Engel getröstet und ein Engel verband ihre Wunden. Dennoch ließ der Kaiser sie köpfen, woraufhin ein Engel ihren Leichnam zum Berg Sinai hinauftrug.
Das alles soll sich im Jahre 306 (oder 311/312?) zugetragen haben. Auf dem Sinai errichtete man das Katharinen-Kloster, als man rund 500 Jahre später dort ihre Reliquien entdeckte. Ihren Gebeinen entströmte unaufhörlich heilkräftiges Öl. Auf Flaschen gezogen wurde es zu einem begehrten Gut, das dem Kloster zur sprudelnden Devisenquelle wurde.
Katharina, seit dem 13. Jahrhundert mit Maria die meistverehrte Heilige, gehört mit Barbara und Margareta zur Gruppe der Heiligen Drei Jungfrauen und ist, seit dem 14. Jahrhundert, eine der Vierzehn Nothelfer.
Im bäuerlichen Kalender gilt ihr Tag, das Kathrein-Fest, als Ende der Weidezeit und als Zahltag für Mägde und Knechte. Der Tag ist Wetterlostag, in der Bauernregel heißt es Wie St. Kathrein wird´s Neujahr sein. Zum Brauchtum gehört der Kathreinstag am Abend des 25. November, es ist mancherorts noch heute lebendige Tradition, wenngleich Katharina 1969 aus dem römischen Kalender gestrichen wurde.
Das mag seine Ursache darin haben, daß Katharina als Person nie existiert hatte, doch trifft solcher Umstand auf zahlreiche andere Heilige zu und spielt für den Glaubensinhalt im Grunde keine Rolle.
Ein anderer Grund, Katharina aus dem Kalender zu streichen, mag im heidnischen Hintergrund ihrer Legende liegen. Der Berg Sinai war in vorisraelitischer Zeit ein Zentrum der Großen Göttin, die auf einem Feuerrad (Symbol der Sonnengottheit) tanzend dargestellt wurde. Die Nonnen des Katharinen-Klosters nannten sich kathari (die Reinen). Ähnlich hießen Tempeltänzerinnen der Kali, die Kathakali. Ihr Tanz symbolisierte das Karmische Rad der Göttin (WALKER, 532). Eine gnostisch-christliche Sekte des Mittelalters, die Katharer (Eigenbezeichnungen Christiani oder Boni homines), verehrten besonders die Katharina. Sie wurden in einem binnenchristlichen Kreuzzug im 15. Jahrhundert ausgerottet.
Dargestellt wird Katharina als edle Frau, mit Haube, Krone, Schwert, dem Rad und einer Palme, mit Blume (Lilie), Kreuz und als Zeichen ihrer Bildung mit Buch und einer Scheibe, auf der die Namen der Wissenschaften (Semper Liber Artibus) eingraviert sind.
Ihre Patronate sind zahlreich. Sie schützt die schweizer Kantone Wallis und Sitten, Fribourg, die Universität von Paris, sie sorgt für Lernende, den Philosophen, Theologen und Rednern, den Juristen, Krankenhäusern und Lehranstalten und Bibliotheken. Alle Berufe, die mit Rad und Messer in Verbindung stehen, sind unter ihrem besonderem Schutz, z.B. Wagner, Müller, Töpfer, Gerber, Spinner, Tuchhändler, Seiler, Schiffer, Buchdrucker, Schuhmacher, Frisöre. Sie sorgt für das Gedeihen der Feldfrucht, hilft bei Migräne und Krankheiten der Zunge und schließlich versichert man sich ihrer Hilfe, wenn man nach Wasserleichen sucht.
Auch die Mitglieder des zerschlagenen Ordens der Tempelritter sollen Katharina als ihre Schutzpatronin betrachtet haben. (Lesermitteilung)
Ihr Tag ist der 25. November.
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