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 Christentum - Heilige
 
 

Martin von Tours

* 316/317 Sabaria, Ungarn, † 8.11.397, Candes, Frankreich

Als römischer Legionär teilte Martin der Legende zufolge zu Amiens, Frankreich, seinen Mantel mit einem frierendem Bettler, der sich ihm im Traum als Jesus offenbarte. Mit 18 Jahren empfing Martin die Taufe, quittierte den Militärdienst und begann ein Einsiedlerleben auf der Insel Gallinara südlich Genuas.

Wappen von Kroppenstedt
Das Wappen von Kroppenstedt stellt die Szene dar, wie der Heilige Martin für den Bettler seinen Mantel zerschneidet.
Um das Jahr 334 begegnet Martin, selbst verarmt, des Nachts einem frierenden Bettler. Basrmherzig zerteilte Martin seinen Mantel und übergarb dem Bettler eine Hälfte. Das sollte ihm gedankt werden, denn dieser Bettler war Jesus Christus selbst.

361 gründete Martin in Ligugé das erste Kloster Galliens, 371 wurde er zum Bischof von Tours gewählt. Martin verband asketische Ideale mit apostolischem Sendungsbewußtsein. In diesem Sinne begründete er das Kloster Marmoutier.
Er war mit Liborius befreundet, dem Bischof von Le Mans, den er nach dessen Tod am 9. Juni 397 bestattete.

Seine Legende berichtet von ihm, daß er den Kaiser Valentinian besuchte und ihn, der Erehrbietung gewohnt war, empörte, daß der weltliche Herrscher sich nicht vor dem Mann Gottes erheben wollte. Sein Gebet ließ aus des Kaisers Thron Flammen schlagen, was Valentinian dann doch noch zum Aufstehen bewegt habe.

Bestattet wurde Martin in Tours und sein Grab wurde fränkisches Nationalheiligtum, bereits seine Beisetzung soll ein Großereignis gewesen sein.

Martin wurde zum Schutzherrn der merowingischen Frankenkönige.

Im Zweikampf überwand König Gunthram, der Stiefsohn der Radegunde, welche Schwiegertochter des Frankenkönigs Chlodwig war, im Jahre 578 seinen Gegner. Dabei soll ihn die magische Hilfe des von Gunthram angerufenen St. Martin gestärkt haben. (BORST, 292)

Das Martinsfest ist der 11. November.

Zahlreiche germanische Bräuche wurden auf Martin übertragen. So waren Martinsgans und Martinstrunk ursprünglich Bestandteile des Herbstdankfestes zu Ehren Odins / Wotans. An Wotan erinnern auch die Abzeichen Martins, Mantel, Schwert und Pferd.

Besonders in Niederbayern schnitten die Hirten am Martinstag meist aus Wacholderreisig Martinsgerten. Damit zogen sie von Stall zu Stall und steckten einzelne Zweige an die Türen, damit sie Hexerei abwehren und Fruchtbarkeit über das Vieh komme:

„Kimmt der Martini mit seiner Gert:
Glück ins Haus, Unglück ausn Haus!
So viel Krametsbia (Wacholderbeeren), soviel Kälberküh!
Nehmts die Martinigert und steckt sies ober d´Tür.”
(nach FISCHER-RIZZI, 167)

Martin ist Patron vieler Anliegen. Er schützt Hirten und die Gänse, wird bei Ausschlag angerufen, hilft bei Rotlauf und Schlangenbiß, bestärkt den Winzer wie den Abstinenzler, Gerber, Schneider, Reisende, Gefangene und Flüchtlinge. Er war Schutzpatron der merowingischen Frankenkönige sowie des Frankenreiches. In der Schweiz sorgt Martin für die Kantone Uri und Schwyz.

 

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